Die Restauratorin Florence Darbre präsentiert den restaurierten Papyrus Bodmer PB101, ein ägyptisches 'Totenbuch' aus der 21. Dynastie (um 1000 v. Chr.), das für den Priester des Amun namens Ankhefenkhonsou geschrieben wurde, am Donnerstag, den 19. Mai 2022, in der Fondation Martin Bodmer in Cologny bei Genf.
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Die Geschichte des Papiers

24.02.2026
AGu
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Schon sehr früh wollten Menschen Informationen aufschreiben und weitergeben. Sie suchten Materialien, auf denen sie schreiben konnten. Heute ist Papier überall. Seit über 5000 Jahren begleitet es die Menschen. Das Herstellungsverfahren, das wir heute kennen, stammt laut historischen Quellen aus China.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:

  • Der Name Papier kommt vom Wort Papyrus, einem Schilf aus Ägypten.
  • Das heutige Papierverfahren wurde um 105 n. Chr. in China erfunden.
  • Im 12. Jahrhundert kam dieses Wissen über Asien und den Orient nach Europa.
  • Um 1840 begann man Papier aus Holzfasern herzustellen.
  • Ab 1860 wurden Maschinen entwickelt, die die Papierherstellung automatisierten.
  • Später wurden umweltfreundlichere Bleichverfahren eingeführt, um weisses Papier herzustellen.
  • Heute gibt es rund 3000 verschiedene Papierarten.

Papyrus

Der Name Papier kommt vom Wort Papyrus. Im alten Ägypten stellte man schon im 3. Jahrtausend v. Chr. Papyrus her. Papyrus-Schilf wächst am Nil und kann bis zu 5 Meter hoch werden. Das Schilf wurde gepresst, bis der Pflanzensaft die Streifen zusammenklebte. Nach dem Trocknen entstand ein gelbliches Material mit rauer Oberfläche. Man konnte es rollen, aber nicht falten. Das Wort Papyrus stammt vom altägyptischen „pa-per-aa“ und bedeutet „im Besitz des Pharaos“. Das zeigt, wie wertvoll Papyrus damals war. Das heutige wassergebundene Papierverfahren wurde jedoch erst um 105 n. Chr. in China erfunden.

Papier aus China und seine Weiterverbreitung

Ein wichtiger Mann am chinesischen Kaiserhof mit dem Namen Cai Lun begann im Jahr 105 n. Chr. Papier mit einem neuen Verfahren herzustellen. Dafür nutzte er Reste von Seide, alte Lumpen aus Kleidern und Stoffe aus Pflanzenfasern. Synthetische Stoffe wie Polyamid gab es damals noch nicht. Die Materialien wurden gestampft, im Wasser gekocht und danach entwässert, bis ein Brei entstand. Dieser Brei wurde abgeschöpft und getrocknet. Ab dem Jahr 751 verbreitete sich diese Art der Papierherstellung in der arabischen Welt. Dort verwendete man vor allem Lumpen aus Hanf- und Leinenfasern als Rohstoffe für Papier.

Das Wissen über diese Technik kam über Länder in Asien, zum Beispiel nach Japan. Dort erfand man schwimmende Schöpfsiebe. Später gelangte die Technik in den Orient. Bis ins 10. Jahrhundert entstanden besonders in den Städten Bagdad, Damaskus und Kairo wichtige Zentren der Papierherstellung. Nach Europa kam diese Art der Papierherstellung erst ab dem 11. Jahrhundert. Das geschah, als arabische Truppen Sizilien und Spanien eroberten. In Europa nutzte man zu dieser Zeit für wichtige Dokumente meist Pergament. Um das Jahr 1690 erreichte die Papierherstellung mit Auswanderer*innen über das Meer auch Amerika.

Pergament

Pergament ist eine bearbeitete Tierhaut. Es wurde seit dem Altertum als Schreibmaterial verwendet. Meist nutzte man die Haut von Kälbern, Ziegen oder Schafen. Die Haut wurde enthaart, eingeweicht und zum Trocknen gespannt. Pergament war teuer. Eine Zeit lang durften nur Mönche darauf schreiben.

Wie entstand weisses Papier

Ein Chemiker und französischer Graf machte Versuche mit Bleichmitteln, die Chlor enthielten. Im Jahr 1792 wurde im französischen Ort Javel das sogenannte Eau de Javel (Javelwasser) hergestellt. Dieses Mittel wurde zum Bleichen benutzt und ist bis heute ein bekanntes Bleich- und Desinfektionsmittel. Weil immer mehr Papier gebraucht wurde, nutzte man diese giftigen Chemikalien sehr oft. Dadurch wurden die Abwässer stark belastet. Deshalb mussten die Papierhersteller ab 1980 umweltfreundlichere Methoden zum Bleichen einsetzen.

Papier aus Holz

Im 18. Jahrhundert reichten die alten Lumpen nicht mehr aus, um genug Papier herzustellen. Durch den Buchdruck und viele Zeitungen wurde immer mehr Papier gebraucht. Deshalb musste man neue Materialien suchen. Man stellte fest, dass Holz dafür gut geeignet ist. Der Erfinder Friedrich Gottlob Keller entwickelte im Jahr 1843 das sogenannte Holzschliffpapier. Es bestand aus fein geschliffenem Holz und Lumpen. Einige Jahre später wurde eine Maschine erfunden, mit der man Holzschliffpapier herstellen konnte. So wurde die Produktion einfacher und schneller. Für Papier aus Holz kann man Laub- und Nadelbäume verwenden.Heute gibt es auf der Welt über 3000 verschiedene Papierarten, zum Beispiel Druckerpapier, Fotopapier, Farbpapier oder Plakatpapier. Die Entwicklung von Papier geht auch heute weiter. Besonders wichtig sind neue Techniken zur Veredelung. Heute kann man sogar magnetisches, wasserfestes oder feuerfestes Papier herstellen. Es bleibt spannend, wie sich Papier in Zukunft weiterentwickeln wird.

*Mit Unterstützung von ChatGPT vom Original Niveau B2 auf A2 vereinfacht.

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