Der Internationale Frauentag
Der Internationale Frauentag steht vor der Tür, besser bekannt als 8. März. Aber wieso gibt es diesen Tag überhaupt? Wieso ist er am 8. März? Und wieso ist dieser Tag heute noch ein Thema?
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Der erste Internationale Frauentag wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert.
- Aufgrund der Februarrevolution von 1917 wurde der Frauentag auf den 8. März gefestigt.
- Noch heute brauchen wir den Frauentag, um auf Ungleichheit aufmerksam zu machen, die Erfolge der Frauenbewegung zu würdigen und Solidarität zu zeigen.
Im Jahr 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen vor, einen Internationalen Frauentag einzuführen. Diese Idee kam aus den USA. Dort hatten Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas im Jahr 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, das beschloss, einen besonderen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu organisieren. Dieser erste Frauentag am 28. Februar 1909 war ein Erfolg. Die Idee, diese Form des Protestes zu wiederholen, war schnell geboren, und so kam es auch zu den nordamerikanischen Frauendemonstrationen für das Wahlrecht 1910. Während die US-Amerikanerin May Wood Simons die Idee zu einem Frauentag nach Kopenhagen brachte, waren es die deutschen Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die sich auf dem Treffen in Kopenhagen für den Frauentag einsetzten und den Beschluss erzwangen. Der erste Internationale Frauentag wurde dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Das beherrschende Thema der ersten Jahre war die Forderung nach dem freien, geheimen und gleichen Frauenwahlrecht. 1917 wurde dann die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) gegründet, welche den Frauentag sehr unterstützte.
Der 8. März
1917 war aber auch aus einem anderen Grund ein entscheidendes Jahr. Am 8. März 1917 streikten in Petrograd die Bewohnerinnen der armen Stadtviertel. Arbeiterinnen, die Ehefrauen von Soldaten und erstmals auch Bäuerinnen gingen gemeinsam auf die Strassen und lösten so die Februarrevolution aus. Zu Ehren der Rolle der Frauen in der Revolution wurde auf der zweiten Internationalen Konferenz Kommunistischer Frauen 1921 in Moskau auf Vorschlag der Bulgarischen Vertretung der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.
Auch heute brauchen wir den Frauentag noch
Obwohl sich seit damals vieles positiv verändert hat, brauchen wir den Internationalen Frauentag noch, um auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Denn in sehr vielen Ländernsind die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern und auch die Gewalt gegen Frauen viel zu gross. Der Frauentag ist dafür da, um die Erfolge der Frauenbewegung zu würdigen und weiterhin Solidarität zu zeigen.
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