Menschen nehmen an einem Marsch der Chavisten in Caracas, Venezuela, am 6. Januar 2026 teil. Tausende chavistische Frauen marschierten, um ihre Unterstützung für Delcy Rodriguez zu bekunden und ihr zu versichern, dass sie 'nicht allein ist', nachdem sie nach der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores während eines US-Militärangriffs auf das südamerikanische Land als amtierende Präsidentin Venezuelas vereidigt worden war.
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Die Festnahme von Nicolás Maduro

07.01.2026
Botond Kalotay
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Am 3. Januar 2026 wurde der venezolanische Präsident Nicolás Maduro bei einem Spezialeinsatz der US-Armee festgenommen und das hat weltweit für Schock gesorgt. Doch was steckt hinter dem Einsatz und was können wir nun erwarten?

Der Grund: Streit um mutmassliche Drogen und wertvolles Öl

Schon seit vielen Jahren gab es Streit zwischen den USA und Nicolás Maduro. Maduro war der Präsident des Landes Venezuela in Südamerika. Er galt als ein brutaler Diktator, welcher viel Leid über sein Volk gebracht hat. Doch der Grund für den aktuellen Streit ist ein anderer. Die USA werfen Maduro vor, Anführer eines Kartells zu sein, das viele gefährliche Drogen nach Amerika schmuggelt. Doch es gibt noch einen weiteren Grund für den Konflikt. In Venezuela gibt es unter der Erde sehr viel Erdöl. So viel wie in fast keinem anderen Land der Welt. Viele Fachleute glauben deshalb, dass die USA so viel Druck auf Maduro gemacht haben, weil sie in Zukunft wieder einfacher Zugriff auf dieses Öl haben wollen. Bereits in den letzten Monaten wuchs der Druck aus Washington auf Maduro und es gab einige umstrittene Militäreinsätze gegen venezolanische Schiffe. Zudem drohte Trump wiederholt mit einem Angriff auf Maduros Regierung.

Der Einsatz: Eine geheime Aktion in der Nacht

Am Samstag, den 3. Januar, erreichte der Streit den aktuellen Höhepunkt. Spezial-Soldaten der USA starteten einen grossen Einsatz in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela. In der Nacht haben sie Maduro und seine Frau festgenommen und mehrere Militäreinrichtungen bombardiert. Maduro und seine Frau wurden in ein Flugzeug gebracht und nach New York geflogen. In den USA sagen einige Politiker, dass dies ein wichtiger Sieg gegen den Drogenhandel ist. Rund um die Welt wird aber auch einige Kritik laut und es wird viel darüber diskutiert, ob es rechtlich erlaubt war, den Präsidenten eines anderen Landes einfach zu verhaften und welches Zeichen ein solcher Übergriff für die Welt setzt.

Wie es weitergeht

Jetzt ist Maduro in einem Gefängnis in New York und muss dort vor einen Richter treten. Maduro selbst sagt aber, dass er unschuldig ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wer Venezuela nun regiert. In den USA hat Präsident Donald Trump angekündigt, dass die USA vorübergehend Venezuela regieren werden, bis in Venezuela, eine für die Vereinigten Staaten von Amerika akzeptable Übergangslösung gefunden wurde - erst danach sollen die Menschen in Venezuela wieder selbst entscheiden können, wer ihr neuer Anführer wird. Manche finden das gut, weil es im Land gerade sehr unruhig ist. Andere finden es nicht richtig, wenn ein fremdes Land bestimmt, was passiert.

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