JSpieler des FC Lugano und des FC St. Gallen kämpfen an einem nicht näher genannten Datum während eines Spiels der Schweizer Super League um den Ball.
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FC Lugano – unerwartet klarer Leader in der Fussball Super League

15.10.2026
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Emil Georg Hager
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Klar zählte der FC Lugano zu Beginn der neuen Brack Super League Saison zu den Favoriten. Nach all den Spitzenklassierungen in der Meisterschaft in den vergangenen Jahren sowie dem Cupsieg 2022 wurden die Tessiner wohl dem engeren Favoritenkreis zugeordnet. Dass sie aber nach nur 9 gespielten Runden bereits ein sattes 6-Punkte-Polster auf die Berner Young Boys vorweisen, hätten nicht einmal kühne Optimisten erwartet.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:

  • Unüberhörbarer Trainer Mattia Croci-Torti.
  • Nach nur 9 Spielen bereits ein sattes Polster von 6 Punkten.
  • Zahlreiche klingende Namen spielten für den FC Lugano.

Wenn du die Schweizer Fussballmeisterschaft am TV verfolgst und einen Trainer schreien und gestikulieren siehst und hörst, handelt es sich in den meisten Fällen um den temperamentvollen Tessiner Mattia Croci-Torti. Spätestens mit Spielbeginn laufen seine Emotionen auf Hochtouren und er tigert, wie von der Wespe gestochen, der Seitenlinie entlang, dirigiert und kommandiert seine Spieler. Er dürfte gegen Ende des Spiels gleich müde und abgekämpft sein wie seine Spieler.

Georg Heitz und Joe Mansueto

Sein Engagement zahlt sich jedoch bereits seit einigen Jahren aus. Er ist zudem mit Abstand der dienstälteste Trainer in der Schweizer Super League. Bereits seit 5 Jahren, genauer seit dem 20. September 2021 ist er der Übungsleiter des einzigen Tessiner Super League Teams. Allerdings auch er musste vor einem Jahr eine Baisse überstehen und sein FC Lugano verschlief den Beginn der letzten Meisterschaft komplett. Er dümpelte zu Beginn am Tabellenende herum, fing sich jedoch auf und beendete die letzte Saison auf Rang 3.

Der schwache Start vom letzten Jahr ist aktuell Kaffee von gestern. Zwei Männer im Hintergrund sind für die letzten erfolgreichen Jahre des FC Lugano verantwortlich. Einerseits ist dies Georg Heitz, ehemaliger Sportdirektor des FC Basel, während dessen besten Jahren mit unzähligen Meister- und Cuptrophäen ausgezeichnet. Er weiss also wie man in der Schweiz erfolgreich Fussballclubs managed. Und andererseits ist es Joe Mansueto, Besitzer des US-Fussballteams Chicago Fire, den Sportdirektor Georg Heitz vor seinem Engagement bei Lugano führte. Heitz war es auch, der den langjährige Schweizer Starstürmer Xherdan Shaqiri von Februar 2022 bis August 2024 für Chicago begeistern konnte. Mansueto ist ein amerikanischer Milliardär und Grossunternehmer.

Trainer Mattia Croci-Torti sitzt fest im Sattel

Heitz und Mansueto stehen hinter dem ehemaligen Chiasso- und GC-Spieler Mattia Croci-Torti als Trainer des FC Lugano. Dieser sitzt heute fester im Sattel als kaum ein anderer Trainer in der Super League. Von den 9 bisherigen Spielen gewannen die Bianconeri – also die Schwarzweissen, wie der FC Lugano auch genannt wird - deren 8 und spielte lediglich gegen den Tabellenzweiten YB unentschieden. Der Abstand zu YB beträgt aber bereits satte 6 Punkte. Was vor allem auffällt, ist die Menge der Pässe und die Genauigkeit. Croci-Torti hat seinen Mannen beigebracht, Pass annehmen, kontrollieren und dann sofort weiterspielen. Der FC Lugano ist aktuell die Mannschaft in der Schweizer Meisterschaft, die weitaus am meisten Pässe spielt.

Und noch etwas macht dem Verein aus der Schweizer Sonnenstube Freude. Die Tessiner haben es in der Europäischen Conference League in die Gruppenphase geschafft und haben somit 6 weitere internationale Begegnungen auf sicher, so z.B. bereits heute Abend gegen Roter Stern Belgrad. Oder eine Woche später gegen das spanische Mittelfeldteam von Getafe. Weiter gegen Teams aus Litauen, Tschechien, den FC Kopenhagen sowie Saint-Truidense aus Belgien. Wenn Lugano weiterhin mit demselben Einsatz, Kämpferherz und kaltblütiger Chancenauswertung agiert, ist sogar in dieser internationalen Liga ein Weiterkommen durchaus realistisch.

Vincenzo Brenna, Mario Prosperi und viele bekannte Namen mehr

Der FC Lugano hat letztmals vor genau 77 Jahren den Schweizermeistertitel feiern können. Der am 28. Juli 1908 gegründet Verein wurde dreimal Schweizer Meister (1938, 1941, 1949) und viermal Cupsieger (1931, 1968, 1993 und 2022). Ein bitteres Kapital war der Konkurs im Jahr 2002. In Lugano existiert gar ein Museum im Gedenken an den Konkurs gegangenen Verein. Dafür sorgte der FC Lugano bereits vorher in der UEFA-Cup-Saison 1995/96 für ein besonderes Highlight: Es war eine Sensation, als er in der ersten Hauptrunde des Wettbewerbs den italienischen Spitzenclub Inter Mailand im Giuseppe-Meazza-Stadion mit 1:0 bezwingen konnte, nachdem das Hinspiel 1:1 ausgegangen war.

In den Reihen des FC Lugano spielten klingende Namen wie Mario Prosperi, Vincenzo Brenna (trug 441 mal das Lugano-Trikot), Otto Lutrop, Ottmar Hitzfeld, Christian Gross, Claudio Sulser, Christian Giménez, Julio Hernán Rossi, Mauro Galvão, Gianpietro Zappa, Angelo Elia, Alberto Regazzoni, Dario Zuffi, Kubilay Türkyilmaz, Ludovic Magnin, Nestor Subiat, Valon Behrami, Jonathan Sabbatini, Mattia Bottani, oder jetzt neu und wieder mit dabei ist Ezgjan Alioski. Sollte es also der FC Lugano nach 77 Jahren endlich wieder einmal schaffen, Schweizer Fussballmeister zu werden, so würde dies in der neuen AIL Arena den Enthusiasmus des Tessins für den Schweizer Fussball noch mehr entfachen.

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