Ein Mann traegt ein Kreuz waehrend eines Kreuzwegs durch die Strassen Zuerich, am Karfreitag, 29. Maerz 2024 in Zuerich.
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Karfreitag

31.03.2026
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Der Karfreitag ist für Christinnen und Christen ein wichtiger Feiertag. Er gehört zu den österlichen Feiertagen. Aber der Karfreitag ist ein trauriger Tag, da Jesus Christus gemäss dem Neuen Testament an diesem Tag auf dem Berg Golgatha in der Nähe von Jerusalem ans Kreuz genagelt wurde und gestorben ist. Für die Gläubigen nahm er dieses Leid auf sich, um die Menschheit von ihren Sünden zu erlösen. An Ostern – am Sonntag danach - feiern die Christen die Auferstehung von Jesus Christus.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:

  • Im Neuen Testament der Bibel steht, dass Jesus Christus am Karfreitag ans Kreuz genagelt wurde. Er nahm dies auf sich, um die Menschheit von ihren Sünden zu erlösen.
  • Das Kreuz wurde zum wichtigsten Symbol im Christentum.
  • Der Karfreitag ist ein stiller und besinnlicher Tag, da er an die Leiden von Jesus Christus für uns Menschen erinnern soll.
  • Jesus Christus behauptete von sich, Gottes Sohn zu sein, was den römischen Besatzern zu aufrührerisch erschien, deshalb musste er sterben.
  • Gläubige Christinnen und Christen fasten an diesem Tag. Die meisten essen aber sicher kein Fleisch, da Fleisch als Luxus angesehen wurde, sondern Fisch. Heutzutage ist es Tradition an Karfreitag Fisch zu essen.
  • Am Karfreitag finden keine lauten Veranstaltungen statt. Es finden Prozessionen statt, die meist den Leidensweg Jesus darstellen.

Karfreitag vor Ostern

Kara stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Klage und Trauer. Am Karfreitag gedenken Christinnen und Christen des Leidens und Sterbens von Jesus Christus am Kreuz, wie es im Neuen Testament geschildert wird. Seine Auferstehung „am dritten Tag“ wird an Ostern gefeiert. Der Karfreitag ist ein stiller Feiertag. Die österlichen Feiertage mit dem Karfreitag sind in allen christlichen Konfessionen das älteste und höchste Fest des Kirchenjahres. Der Karfreitag soll nebst der Stille auch ein Tag der Enthaltsamkeit sein, daher fasten Strenggläubige an diesem Tag.

Die Karwoche (Neues Testament)

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag. An diesem Tag zog Jesus mit seinen Jüngern in Jerusalem ein, zurzeit des Pessachfestes. Pessach wird von den jüdischen Gläubigen heute noch als ein Familienfest gefeiert. Auf einem Esel reitend kam er in die Stadt. Mit grossem Jubel wurde Jesus von den Menschen empfangen. Sie legten Palmzweige und sogar ihre eigenen Kleider auf der Strasse aus, damit er wie auf einem Teppich darüber reiten konnte. Die Menschen hofften, Jesus werde das jüdische Volk von den römischen Besatzern befreien. Am Gründonnerstag nahm Jeus das letzte Abendmahl mit den zwölf Jüngern (seinen Gefährten) ein. Danach nahm Jesus die Jünger in den Garten Gethsemane mit, um mit ihnen zu beten.

Für den römischen Stadthalter Pontius Pilatus von Judäa (ein Gebiet in Israel) war Jesus gefährlich geworden, da Jesus behauptete, Sohn Gottes zu sein und von vielen Menschen verehrt wurde. Mit dieser Aussage hatte er sich der Gotteslästerung schuldig gemacht und wurde von Pontius Pilatus zum Tode am Kreuz verurteilt. Judas, einer seiner Jünger, hatte Jesus für einige Silbermünzen an die Oberpriester verraten. Er verriet ihnen, wo Jesus zu finden war. Nach seiner Verurteilung musste Jesus das schwere Kreuz, an das er später genagelt wurde, selbst auf den Hügel Golgatha tragen. Das wird heutzutage am Karfreitag an einigen Orten in Prozessionen nachgespielt.

Das Kreuz

Das Kreuz ist das wichtigste Symbol des Christentums: Es ist ein Zeichen für das Opfer, das Jesus Christus auf sich nahm, da er sein Leben für die Menschheit gab. Es ist ein Zeichen für die unendliche Liebe, die er für Menschen empfand und für die Hoffnung auf seine Wiederkunft.

Karfreitag heute

An den meisten Orten sind öffentliche Veranstaltungen wie Märkte und laute Musik verboten. Anstelle des Fastens wird am Karfreitag auf Fleisch verzichtet, da Fleisch auch Luxus bedeutete, und stattdessen Fisch gegessen. Das griechische Wort für Fisch „Ichthys“ war eine Abkürzung für Jesus Christus, Gottes Sohn, der Erlöser und diente den Urchristen als Erkennungszeichen. Heute noch sieht man den Fisch als Aufkleber auf Autos von Menschen, die ihre Gläubigkeit damit sichtbar machen wollen.

An einigen Orten finden sogenannte Passionsspiele statt. Das Leiden Jesu wird nachgespielt und ein Kreuz von Ort zu Ort getragen. Auch Kreuzwegandachten, wo Gläubige einen Weg abschreiten und immer wieder beten, womit sie den Leidensweg Jesus nachstellen. Häufig sind an diesen Wegen biblische Kreuzwegstationen aufgestellt. Diese Bräuche sollen anregen, sich mit dem biblischen Karfreitagsgeschehen auseinanderzusetzten. Bekannt sind die Prozessionen in der Karwoche in Mendrisio, Tessin. 2019 wurden sie Kulturerbe der UNESCO. Am Karfreitag selbst nehmen rund 700 Menschen in Kostümen an einer grossen Prozession in Mendrisio teil.

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