Joshua Schmidli
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Regen als Schatz: So wird Wasser in Kenia sauber und trinkbar

29.01.2026
Joshua Schmidli
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In den ersten beiden Artikeln hast du gelesen, wie aus zwei Blechhütten eine Schule wurde – und wie die neue Küche entstand. Dabei hast du erfahren, dass die Schule ihren Strom von der Sonne bekommt und Trinkwasser aus Regenwasser gewinnt. Doch wie geht das eigentlich?

Das Wichtigste in Kürze

Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:

  • Die Dächer der Schule fangen Regen auf und leiten ihn wie durch einen riesigen Trichter in grosse Tanks.
  • Filter und unsichtbares Licht machen aus dem Regen sauberes Trinkwasser.
  • So haben die Kinder jeden Tag frisches Wasser zum Trinken, Kochen und Händewaschen.

Wasser ist nicht selbstverständlich

In Mshomoroni gibt es keine Wasserleitungen wie bei uns. Wasser aus dem Hahn? Fehlanzeige. Früher musste Wasser teuer gekauft und mit Kanistern zur Schule gebracht werden. Das reichte oft nicht für alle Kinder. Manchmal fehlte Wasser zum Kochen, manchmal zum Waschen der Hände.

Darum beschlossen Grace, Harrison und Joshua: Die Schule soll ihr eigenes Wasser sammeln.

Regen als Schatz

Wenn es regnet, fliesst das Wasser von den Dächern der Schulgebäude in Regenrinnen. Von dort gelangt es in zwei Wassertanks unter dem Pausenplatz. Sie sind so gross wie ein riesiger Swimming Pool in einem Garten bei uns. So kann die Schule auch dann Wasser nutzen, wenn es längere Zeit nicht regnet.

Doch Regenwasser ist noch kein Trinkwasser. Es kann Schmutz, Bakterien oder Keime enthalten. Deshalb braucht es den nächsten wichtigen Schritt.

Vom Regenwasser zum Trinkwasser

Das gesammelte Wasser wird durch mehrere Filter geleitet. Zuerst werden Sand und kleine Teilchen herausgefiltert. Danach fliesst das Wasser durch weitere Filter, die Gerüche und Schadstoffe entfernen.

Zum Schluss kommt ein besonderes Licht zum Einsatz: UV-Licht. Dieses Licht ist für unsere Augen unsichtbar, tötet aber Bakterien und Keime ab. Danach ist das Wasser sauber und sicher – und kann ohne Sorge getrunken werden. Es braucht dazu keine Chemie, kein Chlor. Es schmeckt ausgezeichnet.

Wasser für den ganzen Schulalltag

Das saubere Trinkwasser wird in der Küche zum Kochen verwendet. Die Kinder trinken es in den Pausen und waschen sich damit die Hände. Sauberes Wasser schützt vor Krankheiten und hilft, gesund zu bleiben.

Für die Toilettenspülung wird das Abwasser verwendet, damit kein Trinkwasser verschwendet wird. So geht die Schule sorgfältig mit jeder einzelnen Wasserquelle um.

Ein grosser Unterschied

Heute muss die Schule kaum noch Wasser kaufen. Sie ist unabhängiger und besser vorbereitet auf die alljährlichen Trockenzeiten. Vor allem aber haben die Kinder jederzeit Zugang zu sauberem Wasser – etwas, das für viele Menschen auf der Welt keine Selbstverständlichkeit ist.

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