Bei der Stockgalerie zwischen Goppenstein und Hohtenn ist ein Personenzug der BLS entgleist, am Montag, 16. Februar 2026, in Goppenstein.
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Schweizer Zug entgleist aufgrund einer Lawine

18.02.2026
Una Keller
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Am Montagmorgen, dem 16. Februar 2026, entgleiste im Wallis ein BLS Zug infolge einer Lawine.

Gegen 07:00 Uhr ereignete sich das Unglück in Goppenstein im Kanton Wallis. Betroffen war ein BLS-Zug der Linie RE1, der regelmässig zwischen Spiez und Brig verkehrt. Der Zug entgleiste kurz bevor er den Lötschbergtunnel verlassen konnte. Es wird vermutet, dass eine Lawine auf die Gleise niedergegangen war, kurz bevor der Zug die Stelle passierte.

Von den 29 Reisenden wurden fünf Personen verletzt. Vier konnten noch vor Ort notfallmedizinisch versorgt werden, während eine Person ins Spital gebracht wurde. Im Einsatz standen zwei Ambulanzen, ein Helikopter sowie acht Bergretter*innen. Im Laufe des Montags kam es zu zahlreichen Verspätungen und Zugausfällen. Zwischen Goppenstein und Brig blieb der Bahnverkehr mindestens bis 16:00 Uhr eingestellt.

Lawinenrisiko auf Stufe 5 „aussergewöhnlich“

Starker Schneefall in Kombination mit kräftigem Wind führte am Wochenende in den Alpen europaweit zu einer erhöhten Lawinengefahr. Besonders betroffen sind die Schweiz, Frankreich und Österreich. Das Lawinenrisiko wurde auf Stufe 5 eingeschätzt, die höchste Gefahrenstufe im europäischen Lawinenwarnsystem. Diese Stufe gilt als aussergewöhnlich und wird nur selten ausgerufen. Bereits eine einzelne Person abseits der Pisten kann unter solchen Bedingungen eine Lawine auslösen.

Neben dem jüngsten Zugunglück im Wallis kosteten die starken Schneefälle einige Personen das Leben. Zwei Skifahrer aus England kamen in Frankreich bei einem Lawinenabgang ums Leben. Ein französischer Skifahrer, der allein unterwegs war, wurde ebenfalls von einer Lawine erfasst. Zudem verunglückten zwei Skifahrende auf der italienischen Seite des Mont Blanc durch eine Lawine. Gemeinsam ist diesen Unglücken, dass sich die Betroffenen abseits der markierten Pisten bewegten, was im Vergleich zu gesicherten Abfahrten ein deutlich höheres Risiko birgt. Vor allem bei einer so hohen Risiskostufe raten Behörden deshalb dringlichst, auf den markierten Pisten zu bleiben.

Die Lawinengefahr bleibt gemäss der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Schnee und Lawinen (WSL) weiterhin hoch. Besonders im Norden der Alpen sowie im Wallis ist mit grossflächigen, spontanen Lawinenabgängen zu rechnen.

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