Wut und Trauer in Minnesota
In Minnesota herrscht Ausnahmezustand. Seit Anfang Januar 2026 führt die amerikanische Einwanderungsbehörde (ICE) die „Operation Metro Surge“ durch. Dies ist eine massive Welle von Razzien, die eigentlich die Einwanderung kontrollieren soll. Doch in einigen Städten und insbesondere in Minneapolis gerät die Situation ausser Kontrolle. Denn die Präsenz bewaffneter Agenten in Wohnvierteln hat zu heftigen Protesten geführt und Menschen wehren sich gegen das, was sie als „Besatzung“ ihrer Städte empfinden. Doch wie kam es so weit?
Tödliche Konfrontationen
Der Auslöser für die heftigen Unruhen waren zwei tödliche Vorfälle. Anfang Januar wurde die US-Bürgerin Renée Good von sogenannten ICE-Agenten erschossen, während sie versuchte mit ihrem Fahrzeug von einer Konfrontation mit den Agenten zu flüchten. Kurz darauf, letztes Wochenende, starb eine weitere Person. Alex Pretti wurde durch mehrere Schüsse von Beamten getötet. Beide Fälle sind in Amerika sehr umstritten. Denn während die Regierung von Notwehr spricht, zeigen Handyvideos ein ganz anderes Bild. Diese beiden Vorfälle haben eine bereits vorher sehr angespannte Situation nun weiter eskalieren lassen. Tausende Jugendliche und Familien demonstrieren täglich gegen Polizeigewalt und fordern Gerechtigkeit für die Opfer. Gleichzeitig bietet der Bundesstaat Minnesota der Regierung von Trump die Stirn.
Der Hintergrund
Ein Hauptgrund für den Konflikt ist, dass Minneapolis eine sogenannte Sanctuary City ist. Das bedeutet, dass die lokale Polizei nicht mit der Einwanderungsbehörde zusammenarbeitet und der Bundesstaat Menschen ohne Papiere weiterhin sicher ihren Alltag leben lassen will. Da die US-Regierung diese Städte jedoch zwingen will, bei Abschiebungen zu helfen, und Minneapolis sich weigert, schickte Washington tausende eigene Agenten. Diese führen die Razzien nun auf eigene Faust durch, was von den Bewohnern als direkter Angriff auf die Regeln und die Freiheit ihrer Stadt empfunden wird. So gab es bereits vor diesen tödlichen Auseinandersetzungen viele Zusammenstösse zwischen den ICE-Agenten und Zivilisten.
Der Machtkampf
Die Lage bleibt auch rechtlich extrem angespannt. Minnesotas Gouverneur Tim Walz bezeichnet das Vorgehen der Bundesregierung als illegalen Eingriff in die Rechte des Staates. Er versucht per Gericht, die Operation zu stoppen. Währenddessen droht die Regierung in Washington nun sogar damit, das Militär zu schicken. So bereitet sich Minnesota darauf vor, seine Autonomie zu verteidigen. Es geht längst nicht mehr nur um Einwanderung, sondern um die Frage, wie viel Macht der Staat über seine Bürger haben darf. Wie die Geschichte im Bundesstaat Minnesota also ausgeht, könnte grossen Einfluss darauf haben, wie autonom auch andere Bundesstaaten in Zukunft agieren können und ob noch mehr Macht in die Hände von Donald Trump gelegt wird.
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