Fokus der Woche - Kommentar der Redaktion

"Warum treten die nicht endlich zurück?" (12.08.2020/sb)

Am 4. August 2020 kam es in Beirut, der Hauptstadt des Libanon, zu einer Explosion. Grosse Rauchwolken entstanden. Diverse Gebäude sind zerstört. Viele Menschen sind tot. Nun beginnt die Suche nach dem Schuldigen. 

Seit mehreren Jahren leidet die Wirtschaft im Libanon. Die Einwohner und Einwohnerinnen leiden unter der korrupten Regierung. Eine Regierung gilt dann als korrupt, wenn sie sich nur um sich selbst kümmert: Das Geld fliesst nicht in die Bildung oder Nahrung der Bevölkerung. Sie behalten es für sich selbst. Jetzt leidet das Volk nicht nur an Hunger. Die Explosion vom 4. August trifft sie mitten in ihr Herz. Und auch dieses Ereignis ist auf die Art der Regierung zurückzuführen.
 

Wie kam es zum Unglück?

Vor Jahren wurde Ammoniumnitrat am Hafen von Libanon, in Beirut, gelagert. Das Salz, Ammoniumnitrat, braucht man zur Herstellung von Düngemittel, also zur Unterstützung des Wachstums von Pflanzen. Doch nicht nur: Aus dem Salz wird auch Sprengstoff gewonnen, zur Herstellung von Bomben. Wird das Salz falsch und nicht sicher gelagert, geht es in die Luft: Es kommt zur Explosion.

 

Genau so war es in Beirut. Die Regierung hat sich geweigert das Salz richtig zu entsorgen. Nun kam es zur Katastrophe. Über 100 Menschen sind gestorben und viele Gebäude wurden zerstört. Aber es ergeben sich noch mehr Schwierigkeiten für den Libanon: Beirut gilt als wichtige Hafenstadt. Das heisst, viele Nahrungsmittel von anderen Ländern werden mit dem Schiff nach Beirut geliefert. Die Stadt ist zerstört. Die Schiffe können nicht mehr in den Hafen. Diese Explosion ist schlimm für die Bevölkerung, es ist eine Katastrophe. Und was macht die Bevölkerung jetzt?

Die Demonstrationen werden lauter

Vor dem Unglück hatte das Land gar kein Geld mehr. Viele Menschen hatten keine Arbeit. Dazu kam die Corona-Krise und jetzt auch noch die Explosion. Nicht nur der Hafen wurde zerstört. Auch drei Spitäler. Diese braucht das Land gerade jetzt für die Corona-Kranken Personen. Und viele haben ihr Zuhause verloren. Die Explosion hat auch das zerstört. Das Volk hat jetzt wirklich genug. Es kommt zu immer mehr Demonstrationen. Die Leute gehen auf die Strasse und äussern ihre Wut.

Die Regierung setzt das Geld nicht für das ein, was wir jeden Tag brauchen: Nahrung und Bildung. Sie riskiert eine Explosion mit mehreren Toten. Immer mehr fragen sich, "warum treten die nicht endlich zurück"? Warum wird die aktuelle Regierung nicht durch andere Personen ersetzt? Durch die Explosion ist der Hafen nicht mehr zugänglich. Die Menschen erhalten noch weniger Nahrung. Das löst noch mehr Unmut aus. Was macht die Regierung jetzt?

Regierung am Abgrund?

Die Menschen im Libanon fordern eine neue Regierung. Sie geben nicht auf und gehen noch mehr auf die Strasse. Und dies seit der Explosion. Am Montagabend 10. August 2020 kam die Nachricht: Der aktuelle Ministerpräsident des Libanon, Chef der Regierung, Hassan Diab tritt zurück. Er selbst sagt: "Korruption hat die Explosion verursacht." Die Regierung gibt also zu, dass sie einen grossen Fehler gemacht hat. Mit seinem Rücktritt muss die gesamte Regierung zurücktreten. Und was nun? Kommt jetzt alles gut?

Wenn eine ganze Regierung eines Landes zurücktritt, braucht es eine neue. Das dauert. Dazu kommt, das jede Person andere Interessen hat. Wie kann man sich so einigen? 

Die neue Regierung festzulegen wird Jahre dauern. Die Frage ist auch, ob sich der Libanon von den ganzen Ereignissen jemals erholt. Wir wünschen es dem Land und der Bevölkerung.

Nun bist du an der Reihe

Was glaubst du, ist mit dem Rücktritt der Regierung jetzt das Problem gelöst? Was denkst du über die Ursache der Explosion? War es wirklich die Regierung? Oder war es deiner Meinung nach ein einfacher Unfall? Und was würdest du dir für eine Art von Regierung wünschen? 

Sprich darüber – und melde dich doch auch bei uns. Entweder mit einem Kommentar in der Kommentarspalte, auf Facebook oder mit einem Mail auf info@chinderzytig.ch. Wir freuen uns auf Rückmeldungen.

 

Bildergalerie

NZZ

Wörter, die du nicht verstehst? Schau bei den Fremdwörtern nach...

info@chinderzytig.ch / Facebook & Instagram @chinderzytig

Unterstützen Sie uns finanziell! 

Verein Chinderzytig, 3037 Herrenschwanden

Raiffeisenbank Bern, Waisenhausplatz 26, 3011 Bern

IBAN: CH37 8080 8001 2338 1247 2

Signet.png
  • Facebook
  • Instagram