Fokus der Woche - Kommentar der Redaktion

Das Leben hat wieder einen Sinn...!? (17.06.2020/lz)

Genug von Corona? Genug von Demonstrationen? Genug von ernsten Problemen? Ein Licht am Ende des Tunnels ist erkennbar. Die angeblich schönste Nebensache der Welt kehrt zurück. Endlich wieder Fussball! 

Nachdem wir zweimal den Fokus auf das (leider) Dauerthema Rassismus gelegt haben, widmen wir uns einem eher nebensächlichen Thema: Es wird wieder Fussball gespielt. Warum bloss? Warum nicht? Wer interessiert sich dafür? 

Fussball ist ein Phänomen. Kaum ein Kind, das nicht weiss, wo Cristiano Ronaldo gerade spielt. Kaum ein Kind, das nicht weiss, wer mit welchem 21jährigen Superstar aktueller Fussballweltmeister ist. Kaum ein Kind, das nicht weiss, wer der aktuelle Serienmeister in der Schweizer Super League ist. Weshalb bloss? Fussball ist ein simples Spiel. Zwei Mannschaften rennen einem Ball hinterher und versuchen, diesen in einem viereckigen Netzteil unterzubringen. Einfach. 

Fussball ist angeblich bereits viertausend Jahre alt und wurde in China erfunden. Der heutige Fussball hat seinene Ursprung in England, im Frühmittelalter. Das Spielfeld lag aber zwischen zwei Orten; egal, wie viele Kilometer dazischen lagen. Und im Jahr 1848 wurden die ersten Fussballregeln notiert.

Fussball bedeutet Emotionen

Seither steigt die Beliebtheit des Fussballs unentwegt. Fussball ist heute eine der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Sportarten der Welt. Vor zehn Jahren spielten etwa 265 Millionen (265'000'000) Menschen Fussbal, verteilt auf 200 Länder. In Deutschland besteht ein Zuschauerschnitt von 42'000 Besucherinnen und Besuchern - pro Spiel. Fussball fasziniert. Fussball elektrisiert. Ein Spiel voller Emtionen. Mit emotionalen Fangruppen. Vielleicht habt auch ihr bereits an emotionale Fussballspiele gewisse Erinnerungen? Die fussballlose Zeit während dem Corona-Lockdown war für viele Fussballfans sehr hart. Nicht zuletzt wegen ihnen (und wegen Millionen von TV-Geldern) geht der Fussball nun weiter, im TV, ohne Publikum. Kann das gut gehen? Geisterspiele werden vor allem deshalb ausgetragen, dass die TV-Stationen Zuschauer erhalten. Es geht um Geld. Wie immer. Nur so können die Vereine Fernsehgelder erhalten. Nur so können die Vereine die zum Teil unhöflich hohen Löhne der Spieler bezahlen. Doch, sind Geisterspieler für (neutrale) Beobachtenden wirklich so tragisch? 

Geisterspiele? Oje

Ja! In Deutschland spielen sie schon länger eine Rolle, in der Schweiz seit vergangenem Sonntag: Geisterspiele. Spiele ohne Publikum. Macht das Spass? Nein! Weshalb bloss? Fussballspiele brauchen Fans. Genau wie umgekehrt. Nun, wegen Corona, trennt man diese Beziehung. Es entstehen stille Spiele, leise, wie an einem Pflichtspiel der E-Junioren. Die Fans werden der wichtigsten Nebensache der Welt beraubt. Es macht keinen Spass, das TV-Gerät anzuschreien und zu beleidigen. Es macht keinen Spass, alleine eine Wurst, mit oder ohne Senf, zu verdrücken. Und ein Torjubel ohne wildfremde Menschen, die sich umarmen lassen? Nein, das macht keinen Spass. 

 

Geisterspiele? Olé
 

Sind Geisterspiele für (neutrale) Beobachtende wirklich so tragisch? Nein! Man hört die Stimmen der Spieler, der Trainer, der Schiris. Spannend, noch nie gehört! Man hört taktische Anweisungen, versteht vielleicht gewisse Geheimsprachen. Man wird analysierender. Man schaut das Spiel mit anderen Augen an - und das Herz bleibt ein wenig ruhiger. Die Wurst schmeckt auch auf dem Sofa. Und hey: immerhin ist wieder Fussball! 

Nun bist du an der Reihe

Was hältst du davon, dass der Fussball wieder eine Rolle spielt - obwohl immer noch Menschen an Corona erkranken und sterben? Vermisst du das Stadion oder ist es dir sowieso egal? Findest du es gut, dass wir uns mit einem Spiel zwischen Grossverdienenden amüsieren und ablenken? Sollte dieses Geld für andere Zwecke eingesetzt werden?  

Sprich darüber – und melde dich doch auch bei uns. Entweder mit einem Kommentar in der Kommentarspalte, auf Facebook oder mit einem Mail auf info@chinderzytig.ch. Wir freuen uns auf Rückmeldungen. 

Und, nur damit kein falsches Bild entsteht: Der Autor dieses Fokus' freut sich jetzt schon auf die Fussballgeistermeisterfeier in der Hauptstadt - mit zwei Metern Abstand! 

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