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Schwul. Na und!? (15.03.2020)

Spielt es eine Rolle, in wen man sich verliebt? Ist es wichtig, ob eine Frau einen Mann liebt, oder eine Frau eine Frau? Oder ein Mann ein Mann? Die Menschen sind sich oft nicht einig. Und wenn zum Beispiel ein berühmter Mann dazu steht, dass er homosexuell ist, dann füllt das immer noch die Zeitungen. Weshalb?

Curdin Orlik ist ein Topsportler, ein Schwinger. 27 Jahre alt, bekannt, beliebt. Ein eindrücklicher Sportler in einer traditionellen und kraftbetonten Sportart. Schwingen gilt als sehr männlich und die Schwingern nennt man auch gerne «die Bösen». Traditionen sind wichtig, Rollenbilder ebenfalls. Plötzlich ergreift ein junger Mann das Wort, sagt, dass er Männer liebe – und die Zeitungen sind voll davon. Warum?

 

Für viele ist immer noch normal: Mann liebt Frau. Fertig.

 

Toleranz ist wichtig. Viele Menschen behaupten von sich, tolerant zu sein und andere zu respektieren, so wie sie sind. Solange alles «normal» ist, so wie es eben zu sein hat. Nun ist ein Profisportler, ein Schwinger, offiziell schwul. Einer der ersten Sportler, der offen dazu steht. Die Zeitungen füllten Artikel, das TV übertrug Interviews. Es scheint eine wichtige Nachricht zu sein.

 

Warum outet sich Curdin Orlik?

 

Curdin Orlik sagte: «Ich will frei sein… Viel zu lange habe ich verdrängt, wer ich wirklich bin. (…) Ich tue das auch für meinen Sohn, ihn will ich auf gar keinen Fall anlügen. Ich wusste schon immer, dass ich schwul bin, sicher seit ich zwölf war. Aber ich dachte: Das ist falsch, das kann nicht sein. Auf dem Schulhausplatz habe ich Sachen gehört: Du schwule Sau, du Schwuchtel. Oder beim Fussball: So ein schwuler Pass! Auch beim Schwingen. Klar, niemand meinte das ernst, aber wenn du selbst so bist, dann denkst du: Scheisse, das ist nicht gut. Ich dachte: Ich will nicht schwul sein. Aber ich bin es.»

 

Wir sind im 2020

 

Glücklicherweise schlägt das Thema keine grossen Wellen im Internet. Den meisten Menschen scheint es egal zu sein, wer in wen verliebt sind. Andererseits werden aktuell häufig Homosexuelle aus dem Nichts verprügelt, einfach, weil sie schwul sind. Deshalb ist es für viele Menschen immer noch eine grosse Hürde, sich als homosexuell zu bekennen, aus Angst vor Reaktionen.

 

Meinung des Autors: Daran ändert das Outing von Curdin Orlik wohl nichts; aber es ist ein Schritt in eine gute Richtung. Denn, Mensch ist Mensch und jeder soll dem Weg seines Herzens folgen dürfen. Das müsste eigentlich im Jahr 2020 selbstverständlich sein.

 

Wie stehst du zu diesem Thema? Bist du dem Thema in deinem Umfeld bereits begegnet? Was ist für dich «normal» und warum? In welchen Situationen bist du tolerant? Oder auch nicht?

https://www.fritzundfraenzi.ch/erziehung/sexualitat/mami-ich-bin-schwul-ein-teenager-outet-sich-mit-der-unterstutzung-seiner-eltern

 

https://www.fritzundfraenzi.ch/erziehung/sexualitat/schwul-als-schimpfwort-die-schule-ist-mitunter-der-gayfeindlichste-ort-der-welt

https://www.tagesanzeiger.ch/sport/lieber-bin-ich-frei-als-aengstlich/story/25785471

 

https://www.derbund.ch/sport/weitere/curdin-orlik-meldet-sich-nach-outing-zu-wort/story/24967433

 

https://www.watson.ch/sport/schwingen/524829398-curdin-orlik-und-sein-coming-out-na-und

 

 

Abstimmung in der Schweiz

Eben erst wurde in der Schweiz darüber abgestimmt, ob es strafbar sein soll, wenn man Menschen wegen deren Liebe beleidigt. Darf jeder Mensch frei entscheiden, wen er liebt? Und darf man sich dazu äussern?  (www.jugendzytig.ch/diskriminierung) Die Schweiz hat entschieden: man darf keine Menschen beleidigen, weil sie zum Beispiel schwul sind.