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Ein Kanton? Ich wünsche mir ein ganzes Land!

28.10.2026
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Lars Ziörjen
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Vom 24. Oktober bis zum 1. November 2026 gibt es in vielen Teilen der Schweiz eine besondere Woche. Sie heisst «endlich.menschlich.». In dieser Woche geht es um das Sterben und den Tod. Viele Menschen sprechen nicht gerne darüber. Zwei Frauen aus Bern wollen das ändern. Sie möchten den Menschen in der ganzen Schweiz mehr Mut machen.

Wie alles anfing

Claudia Zürcher und Dr. Monika Hagemann hatten im Jahr 2024 eine Idee. Das war in Bern. Eines Tages planten die beiden Frauen einige kleine Veranstaltungen zum Thema Lebensende. Es ging also um das Ende des Lebens. Zum Beispiel planten sie ein Konzert von Schüler. Sie planten auch ein besonderes Ritual mit Kerzen. Das ist eine Handlung mit einer besonderen Bedeutung. Die Frauen fragten auch andere Menschen nach Ideen. Sie bekamen überraschend viele Antworten. Viele Menschen wollten mitmachen. Dazu gehörten Schulen und Kirchen. Auch der Fussballclub aus der Umgebung wollte mitmachen. Dazu kamen Menschen aus der Kunst und Kultur. So entstand ein sehr grosses Programm. Es hatte 80 Seiten. Da merkten Claudia und Monika: Viele Menschen interessieren sich für das Thema. Bis jetzt hatte einfach jemand gefehlt. Jemand musste mutig genug sein, um damit anzufangen.

Warum wir darüber reden müssen

Auf die Geburt eines Kindes bereiten wir uns viele Monate vor. Wir lesen Bücher. Wir besuchen Kurse. Und wir sprechen viel darüber. Doch auf den Tod bereitet sich fast niemand vor. Oft kümmern sich nur Ärzte und Ärztinnen, Pflegende und Spitäler um das Sterben. Die beiden Frauen haben das Projekt gestartet. Sie finden: Das sollte nicht so sein. Der Tod gehört zum Leben dazu. Niemand sollte in seinen letzten Tagen allein gelassen werden. Niemand sollte Angst haben müssen. Das sollte nicht passieren, nur weil wir nicht mehr gewohnt sind, offen miteinander zu sprechen. Wir sollten wieder lernen, füreinander da zu sein. Zum Beispiel als Nachbar und Nachbarin, Lehrpersonen, Freund oder Freundin und Arbeitskollege oder -kollegin. So fühlen wir uns alle stärker miteinander verbunden. Und wir bekommen mehr Mut. Wenn wir über den Tod nachdenken, hilft uns das nämlich vor allem bei einer Sache: Wir können unser Leben jetzt noch bewusster geniessen.

Von Bern in die ganze Schweiz

Am Anfang war Bern die erste Stadt bei diesem Projekt. Bern machte den Anfang. Später waren die beiden Frauen bei einem Treffen mit Fachleuten in Köln. Dort fragten sie sich: Warum soll das Projekt nur in Bern stattfinden? Warum nicht in der ganzen Schweiz? Sie wünschten sich ein «Compassionate Country». Das ist Englisch und bedeutet «mitfühlendes Land». In einem solchen Land sind die Menschen füreinander da. Sie stehen füreinander ein.

Inzwischen machen elf Städte, Regionen und Kantone mit. Vom 24. Oktober bis zum 1. November 2026 öffnen Theater, Museen, Cafés, Kirchen und Plätze ihre Türen. Es gibt Erzählcafés. Dort können Menschen miteinander Geschichten erzählen. Es gibt auch Workshops. Das sind Treffen, bei denen die Menschen gemeinsam etwas machen oder lernen. Ausserdem gibt es Lesungen. Dabei lesen Menschen anderen etwas vor. Es gibt auch Aktionen zum Mitmachen. Alle diese Angebote sind für Menschen in jedem Alter.

Weitere Informationen und Programm: https://endlich-menschlich.ch/projekte/die-woche

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