Ein Kanton? Ich wünsche mir ein ganzes Land!
Vom 24. Oktober bis zum 1. November 2026 findet in vielen Teilen der Schweiz die Aktionswoche «endlich.menschlich.» statt. Dabei geht es um ein Thema, über das viele Menschen nicht gerne sprechen: das Sterben und den Tod. Zwei Frauen aus Bern wollen das ändern. Sie möchten den Menschen in der ganzen Schweiz mehr Mut machen.
Wie alles anfing
Die Idee dazu hatten Claudia Zürcher und Dr. Monika Hagemann im Jahr 2024 in Bern. Eines Tages planten die beiden Frauen einige kleine Veranstaltungen zum Thema Lebensende. Dazu gehörten zum Beispiel ein Konzert von Schüler und ein besonderes Ritual mit Kerzen. Sie fragten die Menschen nach weiteren Ideen. Darauf bekamen sie überraschend viele Antworten. Viele Menschen wollten mitmachen. Dazu gehörten Schulen, Kirchen, der Fussballclub aus der Umgebung und Menschen, die im Bereich Kunst und Kultur arbeiten. So entstand ein sehr grosses Programm mit 80 Seiten. Da merkten Claudia und Monika: Die Menschen interessieren sich für das Thema. Bis jetzt hatte einfach jemand gefehlt, der mutig genug war, den Anfang zu machen.
Warum wir darüber reden müssen
Auf die Geburt eines Kindes bereiten wir uns viele Monate lang vor. Wir lesen Bücher, besuchen Kurse und sprechen viel darüber. Doch auf den Tod bereitet sich fast niemand vor. Oft kümmern sich nur Ärzt:innen, Pflegende und Spitäler um das Sterben. Die beiden Frauen, die das Projekt gestartet haben, finden: Das sollte nicht so sein. Der Tod gehört zum Leben dazu. Niemand sollte in seinen letzten Tagen allein gelassen werden oder Angst haben müssen. Das sollte nicht passieren, nur weil wir nicht mehr gewohnt sind, offen miteinander zu sprechen. Wir sollten wieder lernen, füreinander da zu sein. Das gilt für Nachbar:innen, Lehrpersonen, Freund und Arbeitskolleg:innen. So fühlen wir uns alle stärker miteinander verbunden und bekommen mehr Mut. Wenn wir über den Tod nachdenken, hilft uns das nämlich vor allem dabei, unser Leben jetzt noch bewusster zu geniessen.
Von Bern in die ganze Schweiz
Am Anfang war Bern die erste Stadt, die bei diesem Projekt voranging. Doch bei einem Treffen mit Fachleuten in Köln hatten die beiden Frauen einen neuen Gedanken. Sie fragten sich: Warum soll das Projekt nur in Bern stattfinden? Warum nicht in der ganzen Schweiz? Sie wünschten sich ein «Compassionate Country». Das bedeutet ein mitfühlendes Land, in dem die Menschen füreinander einstehen.
Inzwischen machen elf Städte, Regionen und Kantone mit. Vom 24. Oktober bis zum 1. November 2026 öffnen Theater, Museen, Cafés, Kirchen und Plätze ihre Türen. Es gibt Erzählcafés, Workshops, Lesungen und Aktionen zum Mitmachen für Menschen jeden Alters. Weitere Informationen und Programm: https://endlich-menschlich.ch/projekte/die-woche
Nun bist du dran
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