500 Schulen in Frankreich bleiben geschlossen
Am Montag blieben in ganz Frankreich 500 Schulen geschlossen. Der Grund dafür ist die zunehmende Gewalt bei den Protesten von Schüler*innen. Die Schüler*innen protestieren schon länger gegen die teilweise schlechten Bedingungen an den Gymnasien.
Wie kam es dazu?
Tausende Schülerinnen protestieren seit Wochen in ganz Frankreich gegen die schlechten Bedingungen an Gymnasien. Die Proteste begannen Mitte September mit einer spontanen Blockade eines Gymnasiums in Créteil. Créteil ist ein Vorort von Paris. Über die sozialen Medien verbreitete sich die Aktion schnell. Deshalb schlossen sich Schüler*innen im ganzen Land den Forderungen nach besseren Bedingungen an den Schulen an. Kritisiert wird vor allem, dass es zu wenige Lehrpersonen gibt. Auch viele Schulgebäude sind alt oder beschädigt und müssen repariert werden. An manchen Schulen gibt es nicht einmal Trinkwasser. Ausserdem wird das Schulsystem kritisiert, weil es soziale Ungleichheiten nicht ausgleicht.
Die eskalierende Gewalt
Seit Beginn der Proteste im September haben sich Tausende weitere Menschen angeschlossen. Nicht nur Schüler*innen protestieren. Auch viele Eltern und Lehrpersonen gehen mittlerweile auf die Strasse. Mit den Protesten wächst jedoch auch die Gewalt. Seit Beginn der Unruhen wurden bereits 500 Personen festgenommen. Für besonders viel Empörung sorgt in Frankreich derzeit die extreme Polizeigewalt gegen die Protestierenden. 235 Menschen wurden verletzt. Darunter ist auch ein 15-jähriger Junge. Bei einem der schockierendsten Vorfälle verlor er eine Hand.
Was jetzt?
Diese Vorfälle machen die Lage noch schwieriger. Um die Gewalt einzudämmen, blieben am Montag 500 Schulen geschlossen. Gleichzeitig wächst der politische Druck deutlich. Der französische Premierminister Sébastien Lecornu reagierte auf die Forderungen. Er versprach, dass Unterrichtsausfälle in Zukunft verhindert werden sollen. Die Gebäude der Schulen sollen verbessert werden. Auch die Regeln für die Aufnahme an Universitäten sollen klarer werden. Diese Versprechen sind noch nicht sehr genau. Sie kommen kurz vor den bisher grössten Protesten. Diese werden für Dienstag erwartet. Die Proteste finden kurz nach der Veröffentlichung des Haushaltsentwurfs für das Jahr 2027 statt. Dieser wurde am 1. Oktober veröffentlicht. Darin wird auch geregelt, wie viel Geld für Bildung eingeplant wird.
Frankreich gehört zu den Ländern, die am meisten Geld für Bildung ausgeben. Trotzdem fliesst das Geld nicht immer dorthin, wo die Probleme am grössten sind. Die Proteste sind ein klares Signal an die Politik. Junge Menschen in allen Stadtteilen sollen eine Stimme bekommen. Die Politik soll nicht erst reagieren, wenn die Gewalt so weit zunimmt, dass ein Junge seine Hand verliert.
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