Internetgruppen suchen gezielt nach Kindern
Wer sind diese Gruppen und was wollen sie? Was machen sie genau? Können sich Menschen schützen?
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Gruppen wie «The Com» und «764» suchen im Internet gezielt nach Kindern.
- Die Täter zwingen Kinder dazu, unangenehme oder sogar schlimme Dinge zu tun.
- Kinder und Jugendliche können sich schützen und Hilfe holen.
Das Internet kann für viele Dinge genutzt werden. Menschen schauen und teilen Videos, telefonieren oder spielen online. Die meisten Menschen nutzen das Internet aus harmlosen Gründen. Es gibt aber auch Menschen und sogar ganze Gruppen, die das Internet nutzen, um anderen zu schaden. Dazu gehören die Gruppen «The Com» und «764». Das sind internationale Netzwerke. In diesen Gruppen schliessen sich Menschen zusammen, um andere zu bedrohen, unter Druck zu setzen und ihnen Leid zuzufügen.
«The Com» ist die Abkürzung für das englische Wort «Community». Auf Deutsch bedeutet das Gemeinschaft. Die Gruppe «764» gehört zu diesem Umfeld. Ihre Mitglieder versuchen unter anderem, Kinder und Jugendliche im Internet zu finden. Danach wollen sie diese zu schlimmen Dingen zwingen.
Auch in der Schweiz sind solche Fälle bekannt. Laut dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat die Polizei bereits mehrere Fälle untersucht.
Was machen diese Gruppen und wie genau?
Die Täter suchen Kinder und Jugendliche oft auf bekannten Internetplattformen und in sozialen Medien. Manchmal geben sie vor, selbst Kinder oder Jugendliche im gleichen Alter zu sein. Sie tun so, als wollten sie einfach Freunde werden. Sie sind freundlich, schreiben viele Nachrichten und versuchen, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Manche tun sogar so, als wären sie in einer Liebesbeziehung mit ihnen.
Dabei fragen die Täter nach persönlichen Informationen. Zum Beispiel nach dem Namen, dem Wohnort, der Schule oder der Familie. Manchmal fragen sie auch nach Fotos. So sammeln sie Informationen, die sie später gegen die Kinder benutzen können. Wenn die Täter genug über ein Kind wissen, kann sich ihr Verhalten plötzlich ändern. Sie drohen zum Beispiel damit, private Nachrichten oder Bilder im Internet zu verbreiten. Damit wollen sie den Kindern Angst machen, damit diese tun, was die Täter verlangen. Das nennt man Erpressung. Bei einer Erpressung droht eine Person einem anderen Menschen mit etwas Schlimmem, wenn dieser nicht tut, was sie möchte. Manche Täter verlangen intime Bilder oder Videos. Andere zwingen die betroffenen Kinder, sich selbst zu verletzen oder Dinge zu tun, die ihnen oder anderen Menschen schaden. Einige Täter machen Aufnahmen davon und zeigen diese anderen Mitgliedern der Gruppe. Es ist schwierig, herauszufinden, wer die Täter sind oder ihnen zu entkommen. Denn wenn ihre alten Konten gesperrt werden, können sie immer wieder neue erstellen. Für die betroffenen Kinder kann es deshalb sehr schwer sein, sich ohne Hilfe aus dieser Situation zu befreien.
Warum ist dies gefährlich und wie können sich Kinder schützen?
Diese Gruppen können das Leben der betroffenen Kinder stark belasten. Die Kinder können Angst bekommen, sich schämen oder glauben, dass sie selbst schuld sind. Durch Drohungen und Erpressung können sie sich allein fühlen und das Vertrauen in andere Menschen verlieren. Aber eines ist ganz wichtig: Wer im Internet bedroht oder erpresst wird, ist nicht selbst schuld. Die Verantwortung liegt bei den Tätern.
Es gibt einige Dinge, die Kinder und Jugendliche tun können, um sich besser zu schützen: Kinder und Jugendliche sollten fremden Personen nicht einfach ihre Adresse, den Namen ihrer Schule, ihre Telefonnummer oder andere private Informationen geben. Sie sollten keine intimen Bilder an Menschen im Internet schicken. Auch nicht an Personen, die freundlich wirken oder zum Beispiel sagen, dass sie verliebt sind. Wenn sich jemand bei einem Kontakt unwohl fühlt oder die andere Person etwas verlangt, das nicht gewollt ist, darf der Kontakt jederzeit beendet werden. Wichtig ist auch, mit den Eltern, einer Lehrperson oder einer anderen erwachsenen Person zu sprechen, der man vertraut. Solche Situationen können oft nicht allein gelöst werden. Niemand muss sie allein lösen. Wenn es möglich ist, sollten Nachrichten und Drohungen gespeichert werden. Ausserdem ist es wichtig, das Konto bei der Plattform zu melden und die Person zu blockieren. Bei ernsthaften Drohungen sollte die Polizei informiert werden.
Auch Eltern und andere Erwachsene können helfen. Dafür sollten sie aufmerksam zuhören und die Kinder ernst nehmen. In der Schweiz können Kinder und Jugendliche bei 147 von Pro Juventute kostenlos Hilfe bekommen. Die Gespräche sind vertraulich. Wenn jemand sofort in Gefahr ist, sollte direkt die Polizei gerufen werden.
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