Ein Teilnehmer eines 17-Kilometer-Laufs, der in voller Rüstung läuft.
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Künstler läuft in Ritterrüstung 17 Kilometer

14.10.2026
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Julie Schulhofer
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Am Sonntag, 4. Oktober, fand der Murtenlauf im Kanton Freiburg statt. Ein Künstler aus Frankreich fiel mit seiner ungewöhnlichen Kleidung besonders auf. Er lief die Strecke in einer Ritterrüstung. Diese wog 34 Kilogramm. Damit wollte er an den Ursprung des Laufs erinnern.

In Murten findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Oktober der älteste Strassenlauf der Schweiz statt. Tausende Sportler laufen dabei von Murten nach Freiburg. Die Strecke ist 17,17 Kilometer lang. Solche Rennen gibt es in der Schweiz viele. Doch beim Murtenlauf machen immer wieder besonders kreative Teilnehmerinnen mit. Sie tragen besondere Verkleidungen und fallen damit auf.

Einer von ihnen war der französische Künstler Abraham Poincheval. Er macht Performancekunst. Das ist eine besondere Art von Kunst. Bei dieser Kunst malen die Künstler keine Bilder und machen keine Skulpturen. Stattdessen benutzen sie ihren eigenen Körper als Teil ihrer Kunst. Genau das machte Abraham Poincheval mit seiner Ritterrüstung. Die schwere Rüstung bestand aus Metall und wog rund 34 Kilogramm. Stell dir vor, du müsstest einen grossen Sack Hundefutter tragen. Ungefähr so schwer war die Ritterrüstung. Die anderen Läufer trugen leichte Sportkleidung. Abraham Poincheval lief dagegen Schritt für Schritt in seiner historischen Rüstung über die Strecke.

Erinnerung an eine längst vergangene Schlacht

Der Murtenlauf erinnert an ein Ereignis aus der Geschichte. Es fand vor mehr als 550 Jahren statt. Am 22. Juni 1476 gab es die Schlacht bei Murten. Damals kämpften die eidgenössischen Orte und ihre Verbündeten gegen Karl den Kühnen. Er war der Herzog von Burgund. Die Schlacht war Teil der Burgunderkriege. Vor der Schlacht hatten Soldaten aus Burgund die Stadt Murten mehrere Wochen lang umzingelt. Die Menschen in Murten verteidigten die Stadt. Sie hielten durch, bis weitere Soldaten zur Hilfe kamen. Dann griffen die eidgenössischen Truppen an. Sie überraschten die Soldaten des Herzogs. Der Herzog musste fliehen. Durch diese Niederlage wurde die Macht von Burgund stark geschwächt.

Mit dem Murtenlauf wird auch an eine Legende erinnert. Diese Geschichte entstand nach der Schlacht. Laut der Legende lief ein Bote von Murten nach Freiburg. Er wollte dort die Nachricht vom Sieg verkünden. Die Strecke war ungefähr gleich lang wie die heutige Laufstrecke. Deshalb findet der Murtenlauf seit 1932 statt.

Genau an diese Geschichte wollte Abraham Poincheval erinnern. Mit seiner Ritterrüstung brachte er ein Stück Geschichte zurück auf die Laufstrecke. Nach dem Rennen erzählte der Künstler, dass die fast 18 Kilometer in der schweren Rüstung sehr anstrengend waren. Gleichzeitig klang das Klappern des Metalls für ihn wie eine eigene Melodie. Nach rund fünf Stunden erreichte er als letzter Teilnehmer das Ziel. Er lief nicht mit, um zu gewinnen. Trotzdem hinterliess er bei den Zuschauer einen bleibenden Eindruck.

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