Touristen aus Taiwan folgen ihrem Reiseleiter waehrend einem Rundgang auf der Sphinx Aussichtsplattform auf dem Jungfraujoch, am Freitag, 24. Juli 2026.
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Reiseleiter – ein Traumjob?

20.08.2026
Emil Georg Hager
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Viele junge Leute träumen davon, als Reiseleiter in der Schweiz oder auch in anderen Ländern der Welt unterwegs zu sein. Welches sind die positiven Seiten dieses Berufs? Und gibt es bei diesem Traumjob auch negative Seiten? Wir haben uns das genauer angeschaut und ein Fazit gezogen.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:

  • Neue Länder und Regionen entdecken, das Leben voll auskosten und geniessen.
  • Du musst Menschen gern haben.
  • Am Morgen die erste Person sein, die bereit ist, und am Abend die letzte Person sein, die ins Bett geht.

Der Traum von sehr vielen jungen Leuten ist es, Reiseleiter zu werden. «Da kann man in der Schweiz oder sogar in der ganzen Welt herumreisen, neue Länder und Regionen entdecken und das Leben kennenlernen und geniessen», hört man oft. Aber ist das wirklich so? Oder was hält junge Leute davon ab, diesen Beruf auszuüben?

Reiseleiter zu sein, muss einem gegeben sein

Kommen wir zu den Anforderungen, die du erfüllen musst, um diesen Beruf auszuüben. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, dass du Menschen gern haben musst. Das bedeutet: Jede Person ist anders. Als Reiseleiter musst du mit einfachen, aber auch mit schwierigeren Menschen umgehen können. Einfühlungsvermögen ist wichtig. Gleichzeitig musst du bei Gruppenreisen auf einen festen Tagesablauf achten. Besonders wichtig ist zum Beispiel, dass Abfahrtszeiten genau eingehalten werden. Sonst kann das ganze Tagesprogramm durcheinanderkommen.

Auf der anderen Seite brauchst du als Reiseleiter bei Privatreisen auch eine gute Portion Improvisationsvermögen. Diese Gäste bezahlen mehr als Gruppenreisende. Dafür erwarten sie, dass du auf ihre Bedürfnisse und Wünsche eingehst. Vielleicht möchten sie eine Sehenswürdigkeit nicht mehr besuchen, sondern lieber früher ins Restaurant gehen. Oder sie möchten es genau umgekehrt machen. Deshalb brauchst du Anpassungsfähigkeit und gleichzeitig ein gutes und genaues Tagesmanagement. Auch die Unterhaltung der Gäste gehört zu deiner Arbeit. Du musst sie bei guter Laune halten oder ihnen manchmal einfach zuhören können. Gleichzeitig musst du immer im Auge und im Kopf behalten, was an diesem Tag noch auf dich und deine Gäste zukommt.

Reiseleitertage sind lang

Mindestens gute Englischkenntnisse sind unbedingt notwendig. Jede weitere Sprache, die du sprichst, ist sehr hilfreich. Du musst nicht nur mit den Gästen sprechen können. Du musst dich auch vor Ort mit anderen Menschen verständigen. Das kann der Chauffeur sein, eine Person im Souvenirladen oder jemand im Restaurant. Je besser du ausserdem die lokale Sprache sprichst, desto besser und einfacher ist die Arbeit.

Du bist am Morgen die erste Person, die früh bereit sein muss, und am Abend oft die letzte Person, die schlafen gehen kann. Die Tage als Reiseleiter sind lang. Du schläfst bestimmt besser, wenn du den Tagesablauf für den nächsten Tag gut geplant und organisiert hast. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Buschauffeur genau weiss, was am nächsten Tag geplant ist. Wenn du am nächsten Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, musst du die genauen Abfahrts- und Ankunftszeiten nochmals kontrollieren. Auch solltest du sicherstellen, dass das Restaurant die Reservation für deine Gruppe bestätigt hat.

Evakuationen und Spitalaufenthalte organisieren

Ein wichtiger Punkt ist auch, dass du oft nicht zu Hause bist. Es kann vorkommen, dass du irgendwo auf der Welt unterwegs bist und gerne wieder einmal deine Familie oder Freunde sehen möchtest. In diesem Moment ist das aber vielleicht nicht möglich. Dafür brauchst du mentale Stärke, damit du nicht schnell Heimweh bekommst. Ausserdem kann es sein, dass du innerhalb kurzer Zeit mehrmals die gleiche Reise machst und immer wieder die gleichen Sehenswürdigkeiten besuchst. Trotzdem solltest du deinen Gästen jedes Mal Begeisterung und Freude für diese Orte zeigen. Das ist auch dann wichtig, wenn die Sehenswürdigkeiten bei dir selbst nicht mehr die gleichen Gefühle auslösen wie beim ersten Besuch.

Als Reiseleiter-AnfängerIn kannst du zuerst die eine oder andere Reise begleiten. Danach bist du aber schon ziemlich schnell auf dich selbst gestellt. Du musst deine Reisen und auch deine Gäste im Griff haben. Letztlich bist du auf diesen Reisen trotzdem allein für vieles verantwortlich und musst funktionieren. Eine weitere wichtige Fähigkeit ist, dass du gewisse Probleme schon im Voraus erkennen kannst. So kannst du sie lösen, bevor sie überhaupt entstehen. Weniger angenehm sind Schwierigkeiten mit Mitgliedern einer Gruppe oder Unfälle. Diese können dazu führen, dass du eine Evakuation mit dem Helikopter oder einen Spitalaufenthalt organisieren musst. Gleichzeitig läuft aber auch das volle Tagesprogramm weiter.

Trotzdem ist der Beruf als Reiseleiter spannend und kaum ein Tag ist wie der andere. Wer die genannten Herausforderungen annimmt, positiv damit umgeht und ein spannendes Leben möchte, für den kann der Beruf als Reiseleiter richtig sein. Wer viele Erlebnisse sammeln möchte, liegt damit richtig. Wer jedoch einfach viel Geld verdienen möchte, liegt falsch.

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