Reiseleiter – ein Traumjob?
Viele junge Leute träumen davon, als Reiseleiter in der Schweiz, aber auch in anderen Ländern dieser Welt unterwegs zu sein. Welches sind die positiven Seiten, und gibt es bei diesem Traumjob auch negative Teile? Wir sind dem nachgegangen und haben ein Fazit gezogen.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Neue Länder und Regionen entdecken, das volle Leben auskosten und geniessen.
- Du musst Menschen gern haben.
- Am Morgen die erste, die bereit ist – und abends die letzte, die zu Bett geht.
Der Traum sehr vieler junger Leute: Reiseleiter. „Da kann man in der Schweiz oder gar in der ganzen Welt umherreisen, neue Länder und Regionen entdecken und das Leben erfahren und auch geniessen“, hört man viel. Aber ist dies wirklich so, oder was hält junge Leute davon ab, sich dieser Arbeit zu verschreiben?
Reiseleiter zu sein, muss einem gegeben sein
Kommen wir zu den Anforderungen, die du haben musst, um diesen Job auszuüben. Eine der ersten Tugenden ist, dass man Menschen gern haben muss. Will heissen, jede Person ist anders. Als Reiseleiter musst du in der Lage sein, nicht nur mit einfachen, sondern auch mit schwierigeren Menschen umzugehen. Einfühlungsvermögen ist gefragt, genauso wie das Bestehen auf strikten Tagesabläufen – speziell bei Gruppenreisen. Hier ist es essentiell, dass z.B. Abfahrtszeiten streng eingehalten werden, ansonsten das ganze Programm ausser Band geraten kann.
Auf der anderen Seite muss du als Reiseleiter bei Privatreisen eine gesunde Portion Improvisationsvermögen mitbringen. Diese Gäste zahlen mehr als Gruppenreisende, dafür erwarten sie, dass du auf ihre Bedürfnisse und Wünsche eingehst. So etwa, wenn sie finden, dass sie diese Sehenswürdigkeit nicht mehr ansehen möchten, jedoch lieber früher ins Restaurant gehen wollen – oder umgekehrt. So ist die Anpassungsfähigkeit, aber auch das strikte Tagesmanagement schon einmal eine Voraussetzung, die gegeben sein muss. Eine Kunst ist auch, die Gäste zu unterhalten, bei Laune zu halten oder einfach einmal auch zuhören können, aber gleichzeitig alles im Auge und Kopf zu behalten, was heute noch auf dich und deine Gäste zukommt.
Reiseleitertage sind lang
Minimum Englischkenntnisse sind unabdingbar, und jede weitere Sprache, die du beherrschst ist sehr hilfreich. Es gilt nicht nur mit den Gästen zu kommunizieren, sondern du musst dich auch vor Ort mit Leuten unterhalten können. Sei dies mit dem Chauffeur, im Souvenirladen, im Restaurant, usw. Je besser du ausserdem die lokalen Sprachen sprichst, umso besser und einfacher ist es.
Du bist am Morgen die erste Person, die beizeiten bereit sein muss – und abends öfters die letzte Person, die sich hinlegen kann. Reiseleitertage sind lang. Du schläfst mit Sicherheit besser, wenn du den Tagesablauf des nächsten Tages sauber koordiniert und organisiert hast. Dazu gehört, dass z.B. der Buschauffeur genau informiert ist, was am nächsten Tag läuft, oder auch wenn du anderntags mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, dass du die genauen Abfahrts- und Ankunftszeiten noch einmal kontrollierst oder sicherstellst, dass das Restaurant am nächsten Tag die Reservation für deine Gruppe bestätigt hat.
Evakuationen und Spitalaufenthalte organisieren
Ein wesentlicher Punkt ist deine Abwesenheit von zu Hause. Öfters kann es vorkommen, wenn du irgendwo auf der Welt unterwegs bist und gerne wieder einmal deine Familie, Freunde, usw. sehen möchtest, dass dies aktuell nicht möglich ist. Da musst du mentale Stärke mitbringen, die nicht so schnell zu Heimweh führt. Zudem ist es so, dass du vielfach mehrere Male innert kürzester Zeit die gleiche Tour, die gleichen Sehenswürdigkeiten abklapperst, und trotzdem deinen Gästen immer den Enthusiasmus und die Begeisterung für die Attraktionen mitgeben solltest – obwohl diese in dir nicht mehr die gleichen Emotionen auslösen wie, als du diese zum ersten Mal gesehen hast.
Als Reiseleiter-AnfängerIn wirst du erst mal die eine oder andere Reise begleiten können. Danach bist du schon sehr schnell auf dich selber gestellt und musst deine Reisen, aber auch deine Gäste im Griff haben. Letztlich bist du bei diesen Reisen trotzdem allein und auf dich gestellt – und musst funktionieren. Eine weitere Fähigkeit muss sein, dass du gewisse Dinge schon im Voraus antizipierst und sie löst, bevor sie eintreffen. Weniger angenehm sind Vorfälle mit Mitgliedern in der Gruppe, die Probleme bereiten oder Unfälle, die zur Folge haben, dass Evakuationen mit dem Helikopter und Spitalaufenthalte organisiert werden müssen – und dies neben einem voll ausgefüllten Tagesprogramm.
Trotzdem, der Job des Reiseleiters ist spannend und kaum ein Tag gleicht dem anderen. Wer die oben genannten Herausforderungen annimmt, sich positiv stellt und ein spannendes Leben haben will, der soll Reiseleiter werden. Wer viele Erlebnisse erfahren möchte, liegt richtig – wer jedoch einfach viel Geld verdienen will, der liegt falsch.
Geschäftsführer gesucht!
Du willst nicht nur mitmachen, sondern gestalten? Hier ist deine Chance.
Die Chinderzytig – seit über 7 Jahren die Zeitung für und mit Kindern – sucht eine neue Geschäftsführung. Keine klassische „Verwalter*innen-Rolle", sondern eine echte unternehmerische Spielwiese für jemanden, der oder die Lust auf die Extrameile hat.
Geschäftsführer PDFHelfen Sie uns, Chinderzytig werbefrei und frei zugänglich zu halten!
Wir von der Chinderzytig möchten die Lesefreudigkeit fördern und nicht einschränken. Deshalb stellen wir unseren Inhalt gratis zur Verfügung.
Unterstütze uns