Wenn das kühle Nass zu warm für dessen Bewohnende wird
Die Hitzewelle ist für viele Menschen unangenehm. Wir können jedoch Schatten suchen oder ins Wasser springen. Fische, Krebse und andere Tiere im Wasser können das oft nicht. In vielen Schweizer Seen und Flüssen ist das Wasser im Moment so warm wie selten zu dieser Jahreszeit. Manche Seen haben sogar neue Rekordtemperaturen erreicht.
Fische sind sogenannte wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass sich ihre Körpertemperatur an die Temperatur des Wassers anpasst. Wird das Wasser wärmer, wird auch ihr Körper wärmer. Dadurch brauchen die Fische mehr Energie und mehr Sauerstoff. Warmes Wasser enthält aber weniger Sauerstoff als kaltes Wasser. Die Tiere brauchen also mehr Sauerstoff, finden aber gleichzeitig weniger davon. Das bedeutet grossen Stress für viele Wasserlebewesen. Besonders betroffen sind Fische wie Forellen oder Äschen. Sie leben am liebsten in kaltem und sauerstoffreichem Wasser. Schon ab etwa 20 Grad geraten sie unter Stress. Bleibt das Wasser längere Zeit zwischen 23 und 25 Grad oder noch wärmer, kann das für sie lebensgefährlich werden.
Auch andere Tiere leiden unter der Hitze. Flusskrebse, Insektenlarven und viele kleine Lebewesen am Gewässerboden reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Sie sind die Nahrungsgrundlage für viele Fische. Wenn diese kleinen Tiere verschwinden, fehlt den grösseren Fischen das Futter. In grossen Seen können manche Fische in tiefere und kühlere Wasserschichten schwimmen. In kleinen Bächen und Flüssen gibt es diese Möglichkeit oft nicht. Dort wird die Situation besonders schwierig. Deshalb wurden an einigen Flüssen menschenfreie Zonen eingerichtet. Dort können sich die Fische in kühlerem Wasser erholen. Forschende haben ausserdem ein neues Frühwarnsystem entwickelt. Es zeigt schon einige Wochen vorher an, wann die Wassertemperaturen für Fische gefährlich werden könnten.
Welche Folgen hat das für die Natur?
Wenn die Hitze lange anhält, kann das ganze Ökosystem eines Gewässers aus dem Gleichgewicht geraten. Geschwächte Fische werden schneller krank und können sich schlechter fortpflanzen. Im schlimmsten Fall sterben viele Tiere gleichzeitig. Auch Pflanzen und kleine Tiere im Wasser leiden unter den hohen Temperaturen. Blaualgen vermehren sich bei Wärme besonders gut. Sie können Giftstoffe bilden, die für Menschen und Tiere gefährlich sind. Wer Wasser mit vielen Blaualgen trinkt, kann zum Beispiel Durchfall oder Erbrechen bekommen. Gleichzeitig breiten sich auch Entenflöhe leichter aus. Sie können beim Baden starken Juckreiz verursachen.
Wenn die Hitze weiter anhält, hat das grosse Folgen für Tiere, die hohe Temperaturen schlecht vertragen. Arten, die mit warmem Wasser besser zurechtkommen, breiten sich aus. Dadurch geht ein Teil der Artenvielfalt verloren. Die Hitzewelle zeigt, dass der Klimawandel nicht nur das Wetter verändert, sondern auch die Welt unter der Wasseroberfläche. Menschen und viele andere Tiere sind auf eine gesunde Unterwasserwelt angewiesen.
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