Das Kapitol der Vereinigten Staaten
Louis Velazques

Abschied und Neuanfang in Amerika

27.01.2021
Kathrin Hausammann

Heute vor einer Woche war ein denkwürdiger Tag. Donald Trump verlässt das Weisse Haus und Joe Biden tritt sein neues Amt als Präsident von Amerika an. Seitdem ist eine Woche vergangen. Und wir stellen fest: der neue Präsident hat keine leichten Aufgaben vor sich und vom alten werden wir wohl noch das eine oder andere zu sehen oder hören bekommen.

Schon die Amtseinführung von Joe Biden mit der riesigen Zeremonie dazu, stand noch unter dem Einfluss von Trump und seinen Fans. Zum einen mussten nie dagewesene Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Rund 25'000 Soldaten sicherten das Areal rund um das Parlamentsgebäude ab. Dies wegen des Sturms dieser Fans auf das Parlamentsgebäude «Capitol» Anfang Januar (siehe Fokus der Woche «Es war einmal – ein vereinigtes Land»). Zum andern hat Trump bei der Amtseinführung mit Abwesenheit geglänzt. Das ist in den letzten über 100 Jahren nie vorgekommen.

Ein Zeichen des Trotzes? Ein Seitenhieb gegen seinen Nachfolger? Auf jeden Fall ein Verhalten, das alles andere als «staatsmännisch» ist. Das heisst, es entspricht nicht einem Mann, der ein solch hohes Amt wie das eines Präsidenten innehat. Aber Trump hat sich ja noch nie darum gekümmert, was «man so macht» oder was man von ihm hält. Er macht, was er will. Und tut dies auch weiterhin.

Eine Drohung zum Abschied?

Bei seiner Abschiedsrede verkündete er noch, seine «Bewegung» stehe erst am Anfang. «The best is yet to come» - Das Beste wird noch kommen, mahnte er. Das klingt fast wie eine Drohung – und wenn man bedenkt, wie er seine Anhänger bereits zum Sturm auf das Kapitol angestachelt hatte, darf man durchaus besorgt sein. Er wird wohl weiterhin versuchen, Einfluss auf seine Anhänger auszuüben und wird bestimmt nicht dazu beitragen, dass sich die zwei Lager in der amerikanischen Bevölkerung wieder annähern. Die Menschen im Land wieder zu vereinen wird die schwierige, aber wichtige Aufgabe des neuen Präsidenten Joe Biden sein.

Vereinen und heilen

«Ich werde ein Präsident für alle Amerikaner sein», versicherte Biden in seiner Antrittsrede. Also auch für jene, die ihn nicht gewählt hätten. Ob er das schaffen wird, werden wir sehen. Einfach wird es nicht, wenn sein Vorgänger während vier Jahren immer wieder gegen alle Gegner gehetzt und Lügen verbreitet hatte. Das zweite grosse Ziel von Biden ist, die Corona-Pandemie im Land in den Griff zu bekommen. Er will dies mit einem gross angelegten Impfprogramm machen. 100 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner sollen in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit geimpft werden. Auch das ein Armutszeugnis der Trump-Regierung. Er hat seinem Volk zwar einen schnellen Impfstoff versprochen, wie dieser dann unter die Leute gebracht werden soll, darum kümmerte er sich nicht.

Nun bist du dran

Denkst du, dass Trump weiterhin für Schlagzeilen sorgen wird oder werden wir schon bald nicht mehr von ihm sprechen? Wird der neue Präsident seine Ziele erreichen? Können die Amerikanerinnen und Amerikaner dazu beitragen, das Land wieder zu vereinen?

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