Zu Zeiten von Corona können viele nicht einkaufen gehen. Hier braucht es Hilfe.
Atoms

Arbeiten für das Wohl von anderen

2.12.2020
Kathrin Hausammann

Die Schweiz ist ein Land von Freiwilligen. Sei es in einem Sportverein, für ein Hilfswerk oder als Nachbarschaftsdienst in der Coronakrise – zwei von drei Schweizerinnen und Schweizern ab 15 Jahren leisten freiwillige Arbeit. Am Samstag, 5. Dezember werden diese Menschen mit dem Internationalen Tag der Freiwilligen weltweit gewürdigt.

Vor rund neun Monaten ist in der Schweiz die Corona-Pandemie ausgebrochen. Sie hat unser Leben auf den Kopf gestellt und viele Einschränkungen gebracht. Dadurch wurde aber auch eine grosse Solidarität bei den Menschen ausgelöst. Solidarität bedeutet, dass Menschen zusammenhalten, dass sie füreinander einstehen und sich unterstützen.

So wurde auch die freiwillige Arbeit, der Dienst am Gemeinwohl, am Wohl von anderen Menschen wieder stark ins Zentrum gerückt. Viele Menschen gingen plötzlich für die halbe Nachbarschaft einkaufen. Einige machten Konzerte im Garten von Altersheimen oder nahmen gratis Videos auf zur Unterhaltung für die Menschen zu Hause. Professionelle Nachbarschaftsdienste wie „Amigos“ wurden ins Leben gerufen und werden auch heute noch viel genutzt.

Über 650 Millionen Stunden

Aber auch ohne Coronavirus werden in der Schweiz pro Jahr über 650 Millionen Stunden freiwillige Arbeit geleistet (Quelle: Bundesamt für Statistik BFS. Das hat auch damit zu tun, dass viele Schweizerinnen und Schweizer in einem Verein oder einer Organisation Mitglied sind und dort aktiv mitarbeiten. Hier spricht man von „formeller Freiwilligenarbeit“. Noch mehr Menschen engagieren sich in der „informellen Freiwilligenarbeit“, wie der sogenannte Freiwilligen-Monitor Schweiz aufzeigt. Fast jede zweite Schweizerin, jeder zweite Schweizer ab 15 Jahren leistet informelle Freiwilligenarbeit. Dabei handelt es sich um Arbeiten ausserhalb des eigenen Haushalts wie Kinderhüten, Personen betreuen oder pflegen oder Blumen giessen und Briefkasten leeren für Nachbarn.

Helfen und Spass haben

Doch, was treibt diese Menschen an, zu arbeiten, ohne dafür Geld zu verdienen? Die Gründe unterscheiden sich zwischen der formellen und informellen Freiwilligenarbeit. Bei der Arbeit in Vereinen und Organisationen geht es vor allem darum, mit anderen Menschen zusammen etwas zu unternehmen, etwas zu bewegen und dabei Spass zu haben. Bei der informellen Freiwilligenarbeit geht es vor allem ums Helfen. Es geht um Kontakte mit anderen Menschen, um das Gefühl, gebraucht zu werden und der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Engagement würdigen und fördern

Diese Zahlen und die letzten Monate zeigen, wie wichtig die freiwillige Arbeit für eine Gesellschaft ist. Daher wird dieses Engagement jedes Jahr am 5. Dezember auf der ganzen Welt mit dem Internationalen Tag der Freiwilligen gewürdigt. Am vergangenen 18. November haben zudem mehrere Organisationen beim Schweizer Parlament ein Manifest) eingereicht. Ein Manifest ist ein Papier, das die Absichten und Ziele einer Gruppe erklärt. Darin steht, dass die Freiwilligenarbeit in der Schweiz noch stärker anerkennt und gefördert werden muss, und wie das gemacht werden kann. Nur so könne sichergestellt werden, dass sich auch in Zukunft noch genügend Menschen freiwillig für ihre Mitmenschen engagieren.

Nun bist du dran

Engagierst du dich in einem Verein? Was könnte dich dazu bewegen, dass du dich freiwillig engagierst? Was bedeutet für dich Solidarität?

Sprich darüber – und melde dich doch auch bei uns. Entweder mit einem Kommentar in der Kommentarspalte, auf Facebook oder durch unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf Rückmeldungen.

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