Erlebnisbericht: Kinder der Welt Teil 7
Wie lebt ein Kind in der Elfenbeinküste? In diesem Erlebnisbericht lernst du Mamadou kennen. Er erzählt von seinem Alltag, seiner Familie und seinem Traum, später einmal Touristen durch sein Land zu führen.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Mamadou aus Bouaflé, Elfenbeinküste.
- Kultur und Handwerk interessieren ihn.
- Er möchte einmal Guide für ausländische Gäste sein.
Die Elfenbeinküste liegt in Westafrika. Mamadous Wohnort liegt im Landesinnern, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt Yamoussoukro entfernt. Viele glauben, Abidjan sei die Hauptstadt. Diese Stadt liegt am Meer, verfügt über einen wichtigen Hafen und ist daher die wirtschaftliche Hauptstadt. Mamadou war selbst noch nie am Meer. Vielleicht kann er, nachdem er die obligatorische Schule abgeschlossen hat, in Abidjan Tourismus studieren und endlich die Weite des Atlantiks bestaunen und im Meer schwimmen lernen.
Bouaflé ist für viele Besucher der Ausgangspunkt, um den Nationalpark Marahoué zu besuchen. Für die Touristen werden kulturell wichtige Volkstänze aufgeführt und Mamadou hilft seinem Vater bei der Herstellung der berühmten, vielfarbigen Stoffe, die den Besuchern so gut gefallen. Für Mamadou ist dies keine Arbeit, sondern Spass. Er unterhält sich gerne mit den vor allem ausländischen Gästen in verschiedenen Sprachen und hilft dem Vater dank seiner noch kindlichen Freundlichkeit beim Verkauf der Stoffe.
Schnell in die Schule und hoch hinaus
Mamadou ist fast 13 Jahre alt und wohnt mit seinen Eltern und drei Geschwistern in einem eigenen Haus in einem neuen Stadtviertel. Die Schule liegt in der Nähe seines Wohnorts. Er schläft morgens gerne etwas länger, trinkt einen Fruchtsaft und ist mit einem Stück Fladenbrot in der Hand in wenigen Minuten in der Schule. Mamadou liebt den Geschichts- und Naturunterricht. Unterrichtet wird in Französisch und Englisch. Sprachen sind seine Stärke, sodass er durch den Kontakt mit Touristen auch etwas Deutsch und Niederländisch versteht. Mamadou ist ein guter Schüler, denn er weiss, dass es ein weiter Weg ist, bis er an der Universität studieren kann. Er wird es aber schaffen, da ist er sich sicher.
Ein Sonntag voller Familie und Freude
Trotzdem freut sich Mamadou auf die Sonntage. Seine Eltern und Geschwister treffen sich mit den Grosseltern, Tanten, Onkeln und unzähligen Cousins vor der methodistischen Kirche. Gemeinsam besuchen sie den Gottesdienst. Dabei wird über Stunden nicht nur der Predigt gelauscht, sondern auch viel gesungen und getanzt. Die Kinder treffen sich währenddessen vor der Kirche und spielen zusammen. Die Jungs spielen natürlich Fussball, die Mädchen mit Reifen. Wenn es zu warm wird, gehen sie wieder in die kühle Kirche, wo es auch Getränke und kleine Snacks gibt. Nach dem Gottesdienst treffen sich die Familien und Freunde zum gemeinsamen Mittagessen, und alle sind dabei immer fröhlich und gelassen.
Wenn Gäste kommen und sein Traum näher rückt
Sobald eine Gruppe Touristen in der Stadt ist, freuen sich die Handwerker und Händler auf das zusätzliche Geschäft. Die jungen Männer eilen nach Hause, um ihre Trommeln und Kostüme zu holen und sich auf dem Platz zu versammeln. Wenn die Gäste aus dem Nationalpark zurückkehren, werden sie mit Musik und kalten Getränken empfangen. Der Reiseleiter erklärt den Besuchern, wie die bunten Stoffe an den Webstühlen hergestellt werden. Mamadou setzt sich an den Webstuhl seines Vaters und tut so, als ob er den fast fertigen Stoff bearbeiten würde. Er versucht, die Gäste in ihrer Muttersprache anzusprechen. Wenn das nicht klappt, versucht er, die Aufmerksamkeit der möglichen Käufer auf Französisch oder Englisch auf sich und die Arbeiten seines Vaters zu lenken. Wenn er etwas verkaufen kann, freut er sich, denn so hilft er seinen Eltern und kann gleichzeitig seine Sprachkenntnisse anwenden und etwas über Europa oder Amerika erfahren.
Irgendwann wird er selbst Touristen durch das vielfältige Land Elfenbeinküste führen und von dessen Schönheit schwärmen. Wenn ihr in ein paar Jahren das Land in Westafrika besucht, fragt nach Mamadou. Er wird sich freuen.
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