Sehnsuchtsziel Malediven
Sie sind schlichtweg das Traumferienziel sehr vieler Schweizer*innen: die Malediven. Und all die tollen Bilder und einladenden Videoclips lassen jeden Liebhabende von schneeweissen Stränden, klarem Wasser, tropischem Klima sowie Tauchenthusiasten begeistert zurück. Aber ist es wirklich so erstrebenswert wenigstens einmal im Leben in diese tropische Traumkulisse einzutauchen?
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Mit dem Wasserflugzeug vom Meer in die Luft.
- In schnörkellosen Bungalows mit Fisch und Reis.
- Von Unterwasserrestaurants zu Käse-Sommeliers und Wein-Lofts.
Ja, die Malediven sind in der Tat genauso, wie sie auf den Fotos und auf Videoclips herüberkommen – und sie bieten gleich nach der Ankunft im «Velana International Airport» auf der der Hauptstadt Male vorgelagerten Insel Hulhulmale das erste Abenteuer. Für all jene Tourist*innen, die eine nicht in unmittelbarer Nähe zu Male gelegene Ferieninsel ausgewählt haben, heisst es: noch einmal fliegen. Und zwar diesmal mit einem Wasserflugzeug! Am nahegelegenen «Noovilu Seaplane Terminal» wird in die enge Kabine des Wasserflugzeugs eingestiegen und kurz darauf geht es los, vom Wasser in die Luft. Zu den Resorts in der Nähe erfolgt der Transfer mit komfortablen Schnellbooten, zu den ganz im Norden oder ganz im Süden gelegenen Resorts gilt es, in einen Inlandflug umzusteigen.
Den Gepflogenheiten der internationalen Touristen angepasst
Das Ferienkonzept der Malediven ist einfach erklärt: «One Island. One Resort. » - was heisst, dass es auf jeder Insel nur ein Resort gibt. Das Land besteht aus 26 Atollen mit insgesamt knapp 1200 Inseln. Auf 189 von ihnen befinden sich Ferienresorts, und auf ca. 200 Inseln leben die Einheimischen. Rund ein Drittel der etwas über einer halben Million zählenden Malediver*innen wohnt auf der Hauptstadtinsel Male. Diese Stadt ist eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Tourist*innen verbringen praktisch keine Zeit dort, oder dann nur im Rahmen eines Tagesausfluges.
Wichtig zu wissen: Die Malediven sind das einzige 100% muslimische Land der Erde. Um Bürger der Malediven zu werden, muss man Moslem sein. Es gilt die Scharia, das islamische Rechtssystem – jedoch nicht auf den Resortinseln, wo es locker zu- und hergeht und ein Bier für den Durst oder ein guter Wein zum Aperitif oder zum Essen einfach dazugehört. Diesbezüglich hat man sich den Gepflogenheiten der internationalen Besucher*innen angepasst. Wenn man sich jedoch auf eine lokale Insel begibt, ist angemessene Kleidung erwünscht, und der Genuss von alkoholischen Getränken ist untersagt.
1972 landeten die ersten 22 Feriengäste
Nun aber, angekommen auf der gebuchten Ferieninsel, steht einem tollen Inselleben nichts mehr im Weg. Die Unterkünfte sind meist luxuriös, die Verwöhnkultur hat mit grosser Qualität Einzug gehalten. Alte «Malediven-Hasen» erinnern sich mit Wehmut zurück an ihre ersten Inseltage. Am 16. Februar 1972 landeten die ersten 22 Feriengäste – überwiegend aus Italien – in Hulhulmale. Zu Beginn des Tourismus war jedoch nichts vom heutigen Komfort zu sehen. Man hauste in ganz einfachen, schnörkellosen Bungalows und ass Fisch und Reis. Kein Vergleich mehr zu heute, wo Kulinarik schon fast in Absurdität zelebriert wird.
Es gibt alles und in bester Qualität. So z.B. kannst du in ein gläsernes Unterwasser-Restaurants hinabsteigen, wo du während des Essens die lebenden Artgenossen der im eigenen Teller liegenden Gourmetmalzeit (noch) in freier Wildbahn beobachten kannst. Oder, für ein muslimisches Land eigentlich paradox, haben die meisten Resorts eigene Sommeliers auf der Insel, die den Gästen die geeigneten Rebensäfte zelebrieren – teilweise auch in Lofts auf Baumhöhe oder Kellern unter dem Meeresspiegel. Hast Du gewusst was ein Käse-Sommelier ist? Diese gibt es auf gewissen Inseln, wo Dutzende verschiedener Käse aus aller Welt präsentiert werden.
Unbegrenzter Fisch- und Artenreichtum
Kulinarik ist wichtig in den Ferien. Noch wichtiger ist jedoch, was du den ganzen langen Tag unternimmst. Vom Faulenzen am Strand – lange nicht alle Inseln haben einen Pool, das Meer gibt viel mehr her – über Strandspaziergänge und Schnorcheln bis zu Tauchsafaris sind die Tage voll ausgefüllt. Dies auch deshalb, weil das Meer so viel bietet wie nirgendwo. Und das hat einen Grund: die Sorge um die Umwelt. Auf den Malediven ist die Netzfischerei verboten, und Haifische dürfen überhaupt nicht gefangen werden. Deshalb kannst du schon am Strand unzählige Fische und andere Meereslebewesen beobachten.
Für Taucher*innen sind die Malediven das ultimative Paradies. Der Fisch- und Artenreichtum ist unbegrenzt, und tolle Abenteuer unter Wasser sind die Regel, nicht die Ausnahme. Bei meinen Tauchgängen habe ich gleichzeitig Haifische und Schildkröten gesehen. Gleiches passierte mir selbst bei Schnorchel-Gängen am Hausriff. Da vergisst man schnell die Zeit, wie jener deutsche Gast, der zum Schnorcheln ging und spätnachmittags vom Strand zurück an die Rezeption kam, um seinen Zimmerschlüssel abzuholen. Dabei wurde ihm mitgeteilt, dass es die von ihm verlangte Zimmernummer gar nicht gibt. Vor lauter Bewunderung der Unterwasserwelt hatte er Zeit und Richtung verloren und war auf einer Nachbarinsel gelandet… Deshalb stimmt es schon: 1 Woche Malediven hat den gleichen Erholungswert wie 2 Wochen an einer anderen Feriendestination.
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