Welternährungstag: «Hunger ist kein Schicksal»
Der Welternährungstag war bereits am 16. Oktober, aber der Hunger weltweit ist damit nicht aus der Welt geschafft. Millionen von Menschen leiden an Hunger. Gründe dafür gibt es einige: bewaffnete Konflikte und die damit verbundenen Flüchtlingskrisen, schlechte Regierungsführung, die Klimaveränderung. Der Welternährungstag soll daran erinnern, dass Hunger kein unabwendbares Schicksal ist.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Rund 8% der Menschheit weltweit leiden an Hunger. Etwa 150 Millionen Kinder sind unterernährt.
- Hungersnot herrscht meist in Ländern mit Kriegen und Konflikten. Auslöser sind auch extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Dürren.
- Regierungen, die sich nicht um die Menschen in den Ländern kümmern, sondern nur den Profit der Bodenschätze sehen, nehmen Hungerkatastrophen in Kauf.
- Die Kluft zwischen Arm und Reich ist gross, so besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des gesamten Weltvermögens.
- Food waste - Lebensmittelverschwendung, ein Thema, das vor allem in reichen Staaten ein Thema ist.
Kernaussagen und Entwicklung
Rund 8% der Weltbevölkerung leiden weltweit an Hunger. Weltweit leidet somit etwa jeder 13. Mensch chronisch an Hunger. Erfasst sind 47 Länder und Gebiete, die von hoher Ernährungsknappheit betroffen sind. Diese Werte sind in den letzten zehn Jahren auf das Doppelte angestiegen. Das sind die derzeit vorliegenden Zahlen. Hungersnöte sind stark angestiegen, unter anderem in Teilen von Afrika. Etwa 150 Millionen Kinder sind chronisch unterernährt und damit unterentwickelt. Es mangelt ihnen, aber auch Erwachsenen an genügend und gesunder Nahrung, sauberem Wasser und einer guten oder überhaupt einer Gesundheitsversorgung. Ursachen dafür sind vor allem Kriege und Konflikte wie auch extreme Wetterereignisse: Dürren, Überschwemmungen, welche ganze Ernten zerstören, vielfach ausgelöst durch die Klimaveränderung. Gelder, die von reichen Staaten in die Entwicklungsprogramme fliessen, sind gerade in den letzten Jahren rückläufig, was zu weiteren Problemen in der Nahrungsbeschaffung führt.
Kinder sind besonders betroffen
Kinder sind am stärksten von Hunger betroffen. In den traditionellen Strukturen der meisten Länder mit Hungersnöten sind Männer immer noch mehr wert als Frauen. Männlicher Nachwuchs wird auch bei der Essensverteilung bevorzugt behandelt. Frauen erledigen die Feldarbeit und die Kindererziehung, auch während einer Schwangerschaft. Als Folge davon erhalten die Kinder kaum Zuwendung und ungenügende oder sehr einseitige Ernährung. Durch den Nahrungsmangel und das Unwissen über Hygiene steigt das Risiko für Krankheiten an.
Ungleichheit und Bekämpfung
Zwischen Arm und Reich besteht ein grosser Graben. Weltweit besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des gesamten Weltvermögens. Auch in Ländern mit Hunger gibt es eine grosse Ungleichheit zwischen Arm und Reich. Das bedeutet, dass der eine Mensch mehr als genug zu essen hat und der andere nur sehr wenig. Hungernde haben kaum eine Chance, sich aus dieser Misere allein zu befreien. Die Regierungen in den Entwicklungsländern richten ihre Politik nicht nach den Bedürfnissen der ärmsten Bevölkerung aus. Für die Regierungen ist es wichtiger, die Bodenschätze an reiche Länder zu verkaufen als die Landwirtschaft zu fördern und damit für ausreichend Nahrung zu sorgen. Viele Entwicklungsländer habe riesige Vorkommen an wertvollen Bodenschätzen, z.B. Kupfer, Öl, Kobalt oder Bauxit (für die Herstellung von Aluminium). Menschen, welche in diesen Gebieten leben, haben kaum Möglichkeiten beim Abbau mitzuwirken, da dies meist maschinell gemacht wird. Wenn doch, sind dies harte Arbeiten, die mit Hunger kaum längerfristig machbar sind.
Es gibt verschiedene Entwicklungsorganisationen, die sich für die Bekämpfung des Hungers einsetzen. Das Welternährungsprogramme der Vereinten Nationen (World Food Programme) ist die weltweit grösste humanitäre Organisation im Kampf gegen den Hunger. Eine weitere Organisation, die Welt Hunger Hilfe hat sich zum Ziel gemacht, die Ernährungssicherheit durch mehr Gerechtigkeit weltweit zu überwachen und somit wo möglich zu verbessern. Daneben gibt es auch etliche kirchliche Hilfswerke.
Food waste betrifft uns alle
Lebensmittelverschwendung! Ein Thema, das jeden von uns im Zusammenhang mit dem obigen Thema beschäftigen sollte. Nahrungsmittel werden zum Essen produziert, gelangen zu oft aber nicht bis auf den Teller von Menschen. Im Laden sind die Lebensmittel in unserer reichen Welt schön ausgestellt und mit Ablaufdatum versehen. Vieles davon wird nie verkauft! Wohin geht es dann? Brauchen wir eine solche Auswahl? Essen wir auf, was wir auf den Teller schöpfen? Fragen, welche wir uns ab und zu stellen und beachten sollten. Viele von uns leben im Überfluss – traurig ist, dass es auch bei uns Menschen gibt, die hungern müssen. Inzwischen gibt es bei auch uns Foodsave-Organisationen, wie z.B. Tischlein deck dich, die Lebensmittel vor der Vernichtung retten und dort verteilen, wo sie dringend gebraucht werden. Jeder und jede von uns kann dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel im Abfall landen.
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