Der Himmel vor dem Bundeshaus haengt am Montag, 24. November 1997, voller Zwiebeln: Es ist 'Ziebelemaerit'.
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Zibelemärit Bern

25.11.2025
Carla Wohler
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Jedes Jahr am vierten Montag im November findet in Bern der Zibelemärit statt. Der Zibelemärit hat seinen Ursprung vor vielen hundert Jahren, als die Menschen im Herbst nach Bern gingen, um Zwiebeln zu kaufen oder zu verkaufen, um sich für den Winter zu rüsten.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:

  • Der Zibelemärit findet jedes Jahr am vierten Montag des Novembers statt.
  • Zwiebeln waren ein beliebtes Gemüse vor dem Winter, da sie lange aufbewahrt werden können.
  • Auch heute stehen im Rahmen des Zibelemärits noch die Zwiebeln im Mittelpunkt. Aber heute haben sich zu den Zwiebeln auch anderes Gemüse, Süssigkeiten und vieles anderes gesellt.

Das Volksfest ist weit über die Stadtgrenzen Berns hinaus bekannt und lockt jedes Jahr viele Besucher*innen aus der gesamten Schweiz und dem nahen Ausland an. Die Besucher*innen schätzen nicht nur das bunte Treiben, sondern auch traditionelle Speisen wie Zwiebelkuchen („Zibelechueche“), Käsekuchen und Zwiebelsuppe, die in den lokalen Gaststätten serviert werden. Ein besonderes Highlight sind die Konfettischlachten am Nachmittag, die bei Einheimischen und Touristen gleichermassen beliebt sind.

Die Geschichte des Zibelemärits

Der Zibelemärit in Bern hat eine interessante und lange Geschichte. Sie geht bis ins Mittelalter zurück. Schon vor vielen hundert Jahren kamen Bäuerinnen aus der Region – besonders aus dem luzernischen Aargau – im Herbst nach Bern, um dort ihre Zwiebeln zu verkaufen. Damals gab es noch keine Supermärkte, und die Menschen brauchten frisches Gemüse für den Winter. Zwiebeln waren sehr wichtig, weil sie lange haltbar sind und man sie für viele Gerichte benutzen konnte.

Eine bekannte Legende erzählt, dass der Zibelemärit entstanden sei, weil die Berner*innen nach einem grossen Stadtbrand im Jahr 1405 Hilfe bekamen. Viele Bäuerinnen aus der Umgebung sollen den Berner*innen beim Aufräumen geholfen haben. Als Dank dafür durften sie einmal im Jahr in der Stadt einen speziellen Markt abhalten. Ob die Geschichte ganz genau stimmt, weiss man heute nicht sicher – aber sie zeigt, wie alt und bedeutend dieser Markt ist.

Was man sicher weiss: Spätestens im 19. Jahrhundert wurde der Zibelemärit fester Bestandteil des Berner Brauchtums. Seitdem findet er jedes Jahr am vierten Montag im November statt. Früher waren die Stände ganz einfach: Holzkarren mit Zwiebelkränzen und ein paar Gemüsesorten. Im Laufe der Zeit wurde der Markt immer grösser und bunter. Heute gibt es nebst Zwiebeln auch geflochtene Zwiebelzöpfe, lustige Zwiebeltiere, farbiges Keramikgeschirr, Spielsachen, Süssigkeiten und vieles mehr.

Trotz all der Veränderungen ist eines gleich geblieben: Der Zibelemärit ist ein Tag, an dem die ganze Stadt Bern zusammenkommt. Noch immer beginnt er ganz früh am Morgen, und noch immer stehen die Zwiebeln im Mittelpunkt – genau wie vor vielen hundert Jahren.

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