Das Bild zeigt Menschen bei einem Musikkonzert
Hanny Naibaho

BTS – 3 Buchstaben gehen um die Welt

16.02.2021
Kathrin Hausammann

Musikvideos, die auf Youtube über eine Milliarde Mal angeschaut wurden, 286 Nominierungen für eine Auszeichnung, Nummer 1 in den US-Charts – unglaubliche Zahlen für eine Band aus Korea. BTS sprengt alle Rekorde. Wer steckt hinter diesen drei Buchstaben und warum ist die Band so erfolgreich?

BTS ist die weltweit bekannteste K-Pop-Band. K-Pop steht für „Korean Pop“ – koreanische Popmusik. K-Pop ist mittlerweile eine riesige Musikindustrie. Sie bringt systematisch Ohrwurm-Musik heraus, die Elemente aus Pop, Hip Hop und Raggea vereint. Sie kommt immer mit Choreographien daher, die zum Mittanzen einladen. Wer kennt nicht den berühmten „Gangnam Style“ und die unverwechselbaren Moves dazu? Die Musikvideos zu den Songs sind jeweils perfekt produziert. So gelangen die Bands dann auch zu ihrer Berühmtheit – über Plattformen wie Youtube, welche die Musikvideos in die ganze Welt hinaus verteilen.

Gecastet und gestreamt

Bei BTS war das nicht anders. Mit dem Musikvideo zur Single „Idol“ setzten sie im Jahr 2018 einen neuen Youtube-Rekord: 45 Millionen Klicks innerhalb von 24 Stunden. Damit waren sie definitiv im Pophimmel des Westens angekommen. BTS stand anfangs für «Bangtan Sonyeondan» („kugelsichere Pfadfinder“). Heute steht die Abkürzung aber für „Beyond the Scene“ (etwa „über die Bühne hinaus“). Denn der Erfolg der Band basiert vor allem auf ihrer Präsenz in den Social Media und Online-Plattformen.

BTS ist eine Boyband, die 2013 gegründet wurde. Die sieben jungen Männer zwischen zwanzig und dreissig Jahren wurden einzeln gecastet, das heisst ausgewählt. Die Jungs sind stets top gestylt, haben auffällige Frisuren und trendige Outfits. Sie singen mehrheitlich in Koreanisch. Einzelne Textzeilen sind jedoch in Englisch oder beinhalten eingängige Ahs, Ohs und Uhs. So können auch diejenigen mitsingen, welche kein Koreanisch verstehen oder sprechen. Sicher nicht unwesentlich für den Erfolg von BTS auch ausserhalb von Südkorea.

Community ist alles

Was unterscheidet BTS nun aber von anderen bekannten Boybands wie zum Beispiel „One Direction“? Warum haben sie einen so unvergleichlichen Erfolg? Die Antwort ist: die Community, die Online-Community. Sie gilt als eine der aktivsten der Welt. Die Fans nennen sich „Armys“ (Heer, Militär). Sie folgen ihren Idolen (so nennen sich die Mitglieder von BTS) virtuell auf Schritt und Tritt. Nebst den Musikvideos gibt es auf Youtube zahlreiche Videos, welche die BTS-Mitglieder in ihrem normalen Alltag zeigen. Auch diese werden von den „Armys“ millionenfach angeschaut. Zudem sprechen BTS in ihren Texten, welche sie grösstenteils selber schreiben, immer wieder die Probleme der Jugendlichen in Südkorea an, zum Beispiel den Leistungsdruck. So fühlen sich die „Armys“ angesprochen, verstehen sich als Teil des Alltags der Band und verfolgen und teilen deren Aktivitäten im Internet, so oft sie können – und verhelfen der Band damit zu noch mehr Bekanntheit.

Zwei Seiten der Medaille

Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille. Wie bereits erwähnt werden die K-Pop-Bands durch Castings zusammengestellt. Viele werden schon als Kind gezielt dafür trainiert, mal Mitglied in einer solchen Band zu werden. Es gibt dafür Camps und Schulen, welche die Kinder bereits im Teenie Alter im Singen, Tanzen, Performen und im Umgang mit den Medien trainieren. Nur die wenigsten schaffen es aber wirklich in eine Band. Die Erfolgreichen müssen strenge Verträge mit den Plattenfirmen unterschreiben. Und diese verdienen dann das grosse Geld mit den Bands. So ist zum Beispiel die Plattenfirma von BTS letztes Jahr an die Börse gegangen. Dadurch hat sie Milliarden eingenommen – Franken, nicht Klicks.

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