Ein Fischer hält einen Fisch in der Hand
Hunter Brumels

China an der Angel

26.08.2021
Sam Penfold

Die globale Fischerei ist ein wichtiger Markt, der 2019 mit über 159 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Doch was steckt genau hinter den Fischstäbchen und Eglifilets auf unsern Tellern- und wie wirkt sich die Fischerei auf unsere Welt aus? Wir tauchen als Beispiel in die Welt der chinesischen Fischerei ein.

Fisch und Meeresfrüchte sind in vielen Ländern Standardbestandteil bei der Ernährung - so auch in der Schweiz: Herr und Frau Schweizer konsumieren jährlich knapp 9 Kilogramm aus dem Gewässer. Diese Fische und Meeresfrüchte stammen zum Grossteil (ca. 75%) aus dem Ausland - und da ist der weltweit grösste „Fischer“ in China zu finden.

Jeder fünfte Mensch, jeder dritte Fisch

Die chinesische Fischindustrie ist (vielleicht wenig überraschend) nicht nur wegen der riesigen Bevölkerung (jeder fünfte Mensch weltweit stammt aus China) sehr gross, sondern auch durch den immensen Exportmarkt, wo das Land auch den ersten Rang belegt. Mit Hilfe von Aquakulturen produziert und fischt China bis zu fast 66 Millionen Tonnen jährlich - mehr als eine zehnfach höhere Menge als das zweitplatzierte Indien. So wird jeder dritte Fisch weltweit aus chinesischen Gewässern gefangen.

Wichtiger Arbeitgeber

Die grossen Fischfänge fordern auch viele Hände: Die Fischerei für China ist ein sehr wichtiger wirtschaftlicher Sektor, der für über 14 Millionen Chinesinnen und Chinesen Arbeit bietet. Dazu berichtet die Fischerei-Division der UN, dass die mit der Fischerei verbundenen Prozesse, wie die Abfertigung und der Vertrieb, für weitere 16 Millionen Arbeitsplätze in China verantwortlich ist. So ist ein beträchtlicher Teil der chinesischen Bevölkerung finanziell von der Fischerei abhängig.

…und der Haken an der Sache

Während die chinesische Fischerei eine wichtige Rolle für den globalen Markt und China selber spielt, gibt es natürlich auch eine Schattenseite: China steht regelmässig wegen illegaler und unregulierter Fischerei in der Kritik - auch in fremden Gewässern. Während der chinesische Staat vielerorts, zum Beispiel in Gewässern in Westafrika, legale und regulierte Fischerei betreibt, macht er dies an anderen Orten ohne Erlaubnis. So wurden in den letzten Jahren in Galapagos, Argentinien, Nordkorea, Taiwan und Palau chinesische Schiffe abgefangen, die illegal und zum Teil nach geschützten Tierarten fischten. Ebenfalls gibt es durch die schiere Menge der Fischerei Bedenken, dass eine Überfischung stattfindet: Die meisten chinesischen Schiffe sind so gross, dass sie innert einer Woche mehr Fische fangen als ein lokales Fischerboot in einem Jahr, was für die Region und ihre Fischer grosse Herausforderungen darstellt, das heisst, ihre Existenz wird bedroht.

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Aquakulturen

Aquakulturen (auch Aquafarming genannt) bezeichnet den Prozess der künstlichen und kontrollierten Zucht von Fischen und Meeresfrüchten.

Arbeitsmaterial

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