Corona und mein Sackgeld (06.05.2020/sb)

Seit mehreren Wochen sind sämtliche Restaurants und Bars geschlossen. Bei den meisten anderen Geschäften stehen wir ebenfalls vor geschlossenen Türen. Auch wenn nächste Woche die Türen teilweise wieder öffnen: Die Coronakrise hat Auswirkungen auf die Finanzen.

Wir hören in letzter Zeit viel davon, dass das Coronavirus die Wirtschaft beeinflusst. Viele Eltern müssen zu Hause bleiben und arbeiten weniger. Sie verdienen vielleicht auch weniger als zuvor. Die Wirtschaft ist momentan angeschlagen. Diese Auswirkungen spürt ihr vielleicht auch bei eurem Sackgeld. 

Warum die Coronakrise zum Verzicht auf Süsses führt

Jeder schaut jetzt mehr auf sein eigenes Geld, weil uns weniger davon zur Verfügung steht. Unsere Eltern verdienen vielleicht weniger oder erhalten weniger Aufträge als vor dem Coronavirus. Das hat finanzielle Auswirkungen. Zudem wissen wir nicht, wie lange wir noch mit gewissen Einschränkungen leben müssen. Wegen dieser Unsicherheit gehen wir vorsichtiger mit unserem Geld um und geben es vorsichtiger aus. Deshalb kaufen wir eher lebensnotwendige Dinge, wie Essen. Das belastet die anderen Geschäfte wie zum Beispiel die Möbel oder Kleider. Um Löhne zu zahlen, muss ein Laden einiges verkaufen. Zwar gibt es Hilfe, damit Eltern ihren Lohn erhalten. Das geht jedoch nicht unbeschränkt. Vielleicht spürst du das sogar bei deinem Sackgeld? Viele Kinder erhalten von den Eltern Sackgeld. Einen Zustupf für etwas Süsses oder ein paar ganz spezielle neue Schuhe. Doch in der momentanen Situation können wir uns vielleicht weniger leisten – die extra Süssigkeit muss warten. 

Heute weniger ausgeben und morgen mehr verdienen

Vielleicht seid ihr in der Situation, dass ihr gleich viel Sackgeld erhält wie vorher. Ihr müsst euch keine Gedanken um das Sparen machen. Trotzdem ist es wichtig daran zu denken, dass das, was uns in der Krise fehlt, auch nach der Krise noch fehlt. Ihr erhält vielleicht in der Krise genauso viel wie zuvor. Eure Eltern arbeiten genau gleich wie zuvor. Doch die Wirtschaft muss sich zuerst einmal von der Krise erholen. Ihr könnt euch das so vorstellen: Momentan ist die Wirtschaft verletzt. Sie hatte einen schweren Unfall erlebt. Wie wenn ihr vom Fahrrad stürzt, muss sich auch die Wirtschaft wieder erholen. Die Verletzungen müssen zuerst einmal heilen. Die Heilung der Verletzungen kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Das heisst, sie muss einsparen. Sie muss sich erholen und ausruhen. Ausruhen in der Wirtschaft heisst, sie kann nicht mehr alles machen, was sie möchte. Wie wenn ihr einen Unfall habt, könnt ihr am nächsten Tag nicht gleich wieder auf das Fahrrad steigen. In der Wirtschaft sieht die langsame Erholung vielleicht so aus, dass während der Krise Personen entlassen werden und keine neuen Arbeitsstellen mehr entstehen. So hat das Unternehmen im nächsten Monat mehr Geld zur Verfügung und kann sich schneller erholen. Das ist jedoch nicht immer ganz einfach. Probiert es doch selbst aus: Versucht mal ein Monat lang nur die Hälfte auszugeben. Ihr habt dann im nächsten Monat mehr Geld zur Verfügung und könnt euch noch etwas mehr kaufen. Das Sparen lohnt sich also: je länger ihr das versucht, desto mehr steht euch in Zukunft zur Verfügung. Im Moment mag euer Sparschwein und die Wirtschaft angeschlagen sein. Aber wenn wir jetzt bereits an Strategien für morgen denken, dann kann sich das Sparschwein schneller und besser erholen.

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