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Dorothea Oldani

Das Gute daran - Licht und Schatten mit Corona

9.04.2020
Chinderzytig

“Wie louft’s?” - “Es louft. Säuber?” - “Es muess.” - “Ja. Auso, i muess. Bis irgendwenn."

So verliefen viele Gespräche mit (alten) Freunden oder auch Verwandten, die man nur kurz im Vorbeirauschen sah. Der Stress durch den Alltag und die Arbeit hetzte uns, Zeit nahmen wir uns für die Liebsten selten. Die wissen ja, dass man sie mag. Meinte man. Corona führt auch dazu, dass wir uns mehr umeinander sorgen, die Fragen nicht mehr nur oberflächlich sind. Corona hat - so brutal das tönt - auch gute Seiten. Beleuchten wir einzelne davon.

Das Corona-Virus bringt Schrecken, Angst und Leid. Viele Infizierte, viele Tote, Arbeitslose, Existenzängste, grosse Unsicherheit, grosse Veränderung. Läden geschlossen, Grenzen gesperrt, Schulen zu. Unser Leben, wie wir es im vergangenen Februar noch kannten, existiert so nicht mehr. Die unsichtbare Kraft der Natur zwingt die Menschen weltweit zum Umdenken. Der Folgende Artikel soll nicht werten und nichts schönreden. Das Leid ist bei sehr vielen Menschen Tatsache. Dennoch gibt es grundsätzlich auch Gute Seiten daran, die über die eigene Situation hinausgehen.

Wir von der Chinderzytig sind überzeugt, dass in fast allem auch irgendwo etwas Gutes stecken kann, so auch in dieser verrückten Situation. Schauen wir einige Punkte an - und vielleicht kennt ihr noch mehr? Dann schreibt sie in die Kommentare oder kontaktiere uns.

Wir rücken zusammen - Hallo, Du!

Dadurch, dass wir uns nicht mehr treffen sollen (bleibt Zuhause!), interessieren und sorgen wir uns tiefer für unsere Liebsten: Längere Videotelefonate mit den Grosseltern und Verwandten sind die Folge. Man schreibt häufiger eine SMS an Freunde mit der Frage “Wie geht es dir?", die aber ernster gemeint ist, als früher. Man will auch wissen: Bist du gesund? Bitte, sei gesund! Die Sorge um die nahestehenden Personen führt dazu, dass sie für uns plötzlich wichtiger werden, als unsere kleinen Alltagsproblemchen.

Wir helfen einander auch mehr: Wir gehen zum Beispiel für ältere Menschen einkaufen. Wir sorgen uns um die Menschen mit Gesundheitsberufen. Und wir achten vermehrt auf die Geschäfte in der Nähe und kaufen Gutscheine - damit sie auch nach der Corona-Krise wieder arbeiten können.

Wir bleiben bei uns - Hallo, Ich!

Das Gute daran: wir kümmern uns vermehrt um uns, blicken aufs Wesentliche. Wir müssen nicht mehr hetzen, stressen, dieses noch erledigen, das noch tun. Wir bleiben zu Hause - kochen gemeinsam, essen in Ruhe, lesen, hören Musik, machen Musik, schauen TV, spielen Spiele. Das spüren Erwachsene und Kinder. Und ja, auch die Hygiene wird ernster genommen. Früher wuschen wir unsere Hände, wenn überhaupt, zackig. Heute achten wir uns, dass wir sie 20 - 30 Sekunden richtig rubbeln. Ganz wichtig für die eigene Gesundheit ist die Ruhe. Man kann auch einfach mal hinliegen und sich Ruhe gönnen - denn Zeit haben wir ja.

The landscape around Adelboden, Switzerland
Tobias Marks

Hallo, Natur!

Wir entdecken die Natur neu. Und zwar unsere nahe Natur. Die Pflanzen im Gärtchen, im Wald oder am Bach in der Nähe, den Himmel, den Horizont. Es ist zum Glück hier noch erlaubt, die Wohnung zu verlassen, in kleinen Gruppen und mit Abstand. Darum zieht es vermehrt Menschen nach draussen - und das schöne Wetter lädt dazu ein. Das ist gut, denn der Mensch ist Teil der Natur. Auch wenn dies im Alltag der Vergangenheit oft vergessen ging.

Ausserdem erholt sich die Natur. Dadurch, dass weniger Autos fahren und weniger Flugzeuge fliegen, kann die Erde atmen. Die Luft ist bereits jetzt an vielen Orten messbar sauberer. In Venedig ist das Wasser sauberer, Tiere kommen zurück. Geht abends noch kurz ans Fenster und hört in die Nacht hinaus - ihr hört vermutlich viel mehr Stille, als früher. Der Lärm der Stadt verstummt. Die Erde kriegt eine Verschnaufpause.

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