Der Regenwald in Süd- und Mittelamerika brennt erneut.
Henrique Malaguti

Die Lunge brennt – immer noch

5.11.2020
Lars Ziörjen

Während die ganze Welt auf die USA schaut, brennt der Regenwald in Brasilien weiterhin – stärker als je zuvor. Doch nun wurde die Brandlöschung gestoppt. Der Feuerwehr fehlt das Geld.

Die im Regenwald wohnhaften Völker (indigene Völker) beschuldigen die Regierung von Jair Bolsonaro absichtlich nichts gegen die Brände zu tun. Er wiederum sagt, dass die indigenen Völker die Brände selbst gelegt haben. Die Leidtragende ist die Natur!

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Jair Bolsonaro

Jair Bolsonaro ist seit 2018 der Präsident von Brasilien. Er gerät immer wieder wegen seinen Handlungen in Kritik. Bolsonaro gilt als konservativ, traditionell.

Ihr seid schuld

Bolsonaro ist nicht gerade bekannt als umweltschützender, menschenliebender Politiker. Oftmals als “Trump von Südamerika” beschimpft, sorgt er für eine harte, straff geführte Regierungspolitik. Dass seine Gefolgschaft und er selber davon profitieren, scheint ihm oft wichtiger als das Wohl des Landes zu sein. Die Katastrophe im Regenwald lässt ihn kalt. Er will kein zusätzliches Geld für die Feuerwehr ausgeben und beschuldigt die indigenen Völker, die Brände aus Protest selber gelegt zu haben. Gegen die Völker kämpft er seit langer Zeit an, da sie ihm ein Dorn im Auge sind. Auch Umweltschutzorganisationen hat Bolsonaro der Brandstiftung beschuldigt. Begründung: Diese wollen dem Image des Landes schaden.

Nein, du bist schuld

Die indigenen Völker aber auch Umweltschutzorganisationen beschuldigen wiederum Bolsonaro. So ignoriere er die Feuer, weil er froh sei, wenn der Regenwald weg sei. So würde Boden entstehen, den man verkaufen kann oder auf dem neue, grosse Häuser entstehen können. Die Polizei hat bestätigt, dass viele Brände auf Brandstiftung durch Landwirte oder Landspekulanten (jene, die mit dem Boden handeln) hinweisen. Dies spricht für die Kritik an Bolsonaro, dem solche Geschäfte unterstellt werden.

Sie leidet

Leidtragend bleibt die Natur. Die Pflanzenwelt. Die Tierwelt. Aktuell gibt es alleine im Amazonasgebiet 89'604 Feuer, die noch nicht gelöscht sind und nun durch die Feuerwehr auch nicht gelöscht werden sollen. Im Pantanalgebiet gab es Ende September 18'259 lodernde Feuer. Eine riesige Fläche des Regenwalds, der Lunge der Erde, verbrennt. Die Folgen für Brasilien sind kurzfristig halb so wild: denn weniger Wald, mehr Bodenfläche, mehr Bauland, mehr Geldeinnahmen. Langfristig sind die Brände aber für die ganze Welt verheerend: Klimawandel, weniger Wald, schlechtere Luft usw.

Arbeitsmaterial

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