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Frieden

31.08.2021
Samira Lussi

Die Nachrichten sind voll mit Berichterstattungen über Kriege und Konflikte. Zurzeit gibt es auf fünf von sieben Kontinenten bewaffnete Konflikte. Doch was ist eigentlich mit den Ländern, in denen Frieden herrscht? Was ist Frieden und was wird aktuell unternommen, um diesen zu erhalten?

Es gibt viele Definitionen davon, was wir Menschen unter Frieden verstehen. Das Wort Frieden stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutete ursprünglich Schutz und Sicherheit. Gemäss neuerer Forschungen ist Frieden kein Zustand, sondern ein Prozess. Wir können zwischen negativem und positivem Frieden unterscheiden. Der negative Frieden ist die Abwesenheit von Krieg und personeller Gewalt. Positiver Frieden herrscht, wenn es sowohl keine personelle Gewalt als auch keine kulturelle Gewalt gibt. Dieser Frieden ist geprägt von wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung, Gerechtigkeit und Freiheit. Dazu hat jeder Mensch in diesem Frieden die Möglichkeit sich selbst zu entwickeln und zu verwirklichen.

Friedensmissionen

Da wir jetzt die Frage geklärt haben, was überhaupt Frieden ist, wollen wir jetzt herausfinden, was wir Menschen tun, um diesen zu erhalten. Die Organisation der Vereinten Nationen oder auch UNO ist ein Zusammenschluss von 193 Staaten. Ihre wichtigsten Aufgaben sind die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechtes, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit.

Mit ihren Friedenssicherung-Aktionen hilft die UNO Ländern, die von Konflikten zerrissen sind, die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Unter anderem hat die Friedenssicherung die Möglichkeit, Truppen und Polizeikräfte aus der ganzen Welt zu entsenden, um zivilen Soldaten in einem Land zu helfen. Die UN-Friedenstruppen haben aber nicht nur die Aufgabe, Frieden und Sicherheit zu wahren, sondern auch den politischen Prozess zu erleichtern, die Zivilbevölkerung zu schützen, bei der Entwaffnung ehemaliger Kämpfer*innen zu helfen, die Menschenrechte zu schützen und zu fördern und bei der Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit zu helfen.

Ein Beispiel für eine aktuelle Friedensmission ist in Mali. Mali ist eine ehemalige französische Kolonie und wurde 2012 von Terrorgruppen überrannt. Nach erfolglosen Bemühungen der Afrikanischen Union und Frankreichs startete die UN ihre Friedensmission zur Stabilisierung Malis und zur Unterstützung der Rückkehr des Landes zur verfassungsmässigen Ordnung. Die Mission überwacht die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommen, fördert die politische Aussöhnung und leistet humanitäre Hilfe.

EU - ein Bund für Frieden

Ein gutes Beispiel für Länder, die lange miteinander verfeindet waren und jetzt ein stabiles und friedliches Verhältnis haben, ist die Europäische Union. Denn die Schaffung der EU hatte zum Ziel, die zahlreichen und blutigen Kriege zwischen den Nachbarländern wie zum Beispiel den Zweiten Weltkrieg zu verhindern. Im Jahr 1950 begann mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle (EGKS) und Stahl die wirtschaftliche und politische Vereinigung der europäischen Länder und so auch der dauerhafte Frieden. Die sechs Gründerländer dieser Gemeinschaft waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Doch Kohle und Stahl waren nur der Anfang. Heute leben über 150 Millionen Europäer*innen in 27 Mitgliedsstaaten in Frieden und Freiheit. Aber wie funktioniert dieser Frieden in der EU? Die Mitgliedstaaten sind alle unabhängig aber einige Befugnisse werden gebündelt, wo eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Dies bedeutet, dass Entscheidungen zu bestimmten Fragen von gemeinsamem Interesse auf europäischer Ebene demokratisch getroffen werden. Innerhalb der EU werden Entscheidungen von verschiedenen Organen getroffen. Das Europäische Parlament vertritt ihre Bürgerinnen und Bürger und wird auch direkt von ihnen gewählt. Der Europäische Rate setzt sich aus den Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten zusammen und die Europäische Kommission vertritt die Interessen der EU insgesamt gegenüber anderen Staaten und Staatenbündnissen. Für die Verbreitung von Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte hat die EU 2012 den Friedensnobelpreis bekommen. Auch wenn es immer noch Krisen wie zum Beispiel die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer oder Waffenexporte aus EU-Ländern gibt, sind doch die Verdienste der EU unbestreitbar und sie haben einen Effekt über die Grenzen von Europa hinaus, indem sie die multilaterale Zusammenarbeit stützt.

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