Hunting rifle from the viewpoint of the hunter
Sebastian Pociecha

Die Jagdsaison – Warum 5560 Hirsche erschossen werden

15.09.2020
Seraina Branschi

Im Kanton Graubünden startete am 3. September 2020 die Jagdsaison. Genauer gesagt: die Hochjagd. Diese dauerte bis zum 13. September 2020 und startet wieder am 21. September 2020. In dieser Zeit werden 5560 Hirsche gejagt. Auf der einen Seite ist das brutal. Auf der anderen hilft das dem Gleichgewicht der Natur.

Wie jedes Tier vermehren sich auch die Wildtiere wie Hirsche. Das heisst, wir haben seit letztem Frühling viel mehr Tiere in der freien Natur. Das ist schön für jeden Wanderfreund und Tierbeobachter. Jedoch brauchen diese Tiere auch Nahrung. Zum Beispiel Gräser und Sträucher. Je mehr Tiere, desto mehr Nahrung ist notwendig. Doch auch Gras und Blätter brauchen Zeit, um wieder nachzuwachsen. Würde es also immer mehr Tiere geben und immer weniger Pflanzen, könnten sich diese irgendwann nicht mehr ernähren. Deshalb spricht man von einem Gleichgewicht zwischen Flora (Pflanzenwelt) und Fauna (Tierwelt), welches man mit der Jagd erhalten möchte.

Jagdsaison in Graubünden

Anfang September jedes Jahres startet in Graubünden die Jagdsaison. Dabei ist die Rede von der Hochjagd. Der Name kommt von früher. Das Hochwild durften nur die höheren Leute in der Gesellschaft jagen. Der sogenannte Adel – zum Beispiel Könige. Zum Hochwild gehören Hirsche. Diese gelten als majestätisch und beeindruckend. Deshalb durften auch nur die höheren Leute diese Tiere jagen. Heutzutage ist das anders. Wenn man den Jagdschein macht – den Ausweis zum Jagen – dann darf man auch Hirsche schiessen. In Graubünden sollen es dieses Jahr rund 5560 Hirsche sein. Das sind gleich viele Tiere wie im Vorjahr, dies eben um den Wildbestand dem Lebensraum anzupassen. Es geht also nicht nur um die Nahrung des Hirsches, sondern auch um den Platz, denn jedes Tier braucht. Weiter soll der Jäger kranke und alte Tiere erlösen. Bis zum 13. September dauerte die erste Phase der Hochjagd. Danach folgt jedes Jahr eine einwöchige Pause. In dieser Zeit können sich Jäger und Tiere erholen. Anschliessend geht es nochmals eine Woche mit der Hochjagd weiter.

A sizeable buck in the open
Laura College

Wichtig zu wissen: Die Jäger werden immer genau beobachtet. Dieses Jahr sind rund 5500 Jäger und Jägerinnen unterwegs. Ist die Anzahl von 5560 erlegten Hirschen erreicht, müssen sie aufhören. Auch dürfen in der Zeit keine anderen Tiere gejagt werden. Jäger, die sich nicht daran halten, werden gebüsst.

Niederjagd

Die Niederjagd findet im Oktober bis Ende November statt. In dieser Zeit werden kleinere Tiere wie Rehe, Füchse oder Hasen erlegt. Das Prinzip ist dasselbe: Es geht um den Erhalt des Lebensraums. Da die Tiere kleiner sind und weniger gut aufzufinden, dauert diese Jagdzeit länger. Aber auch hier wird ein Auge auf die Jäger und Jägerinnen geworfen.

Mehr Informationen

Ende September findet eine Abstimmung zum neuen Jagdgesetz statt. Dazu werden wir hier einen Fokus der Woche publizieren. Es geht darum, die Regelungen, was genau geschossen werden darf, anzupassen.

Jagd in Graubünden:

Arbeitsmaterial

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