Kuhnagel – wenn die Finger und Zehen „auftauen“

12.01.2023
Kathrin Hausammann
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Wer im Winter gerne draussen ist, kennt es vielleicht. Die Zehen und Finger sind kalt vom Spielen im Schnee. Dann kommt man in die warme Stube rein und es beginnt zu kribbeln. Manchmal so fest, dass es weh tut. Diesem Zustand sagt man in der Schweiz Kuhnagel.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:

  • Kuhnagel ist ein schweizerdeutsches Wort. Es bedeutet in etwa „starker Stachel“.
  • Kuhnagel bedeutet das schmerzhafte Aufwärmen von kalten Fingern und Zehen.
  • Um einem Kuhnagel vorzubeugen, ist es wichtig, eisige Finger und Zehen langsam aufzuwärmen.

Der Begriff „Kuhnagel“ hat nichts mit einer Kuh zu tun. Er setzt sich aus alten schweizerdeutschen Wörtern zusammen. „Kuh“, respektive „Chue“ kommt von „chuon“, was kühn oder stark bedeutete. Und „Nagel“ kommt von „Agle“ für Stachel. Zusammengesetzt bedeutet Kuhnagel als so etwas wie „starker Stachel“. Und so fühlt sich der Kuhnagel auch an: Es ist, als ob einem jemand mit ganz vielen Stacheln in die Finger oder Zehen stechen würde. Man hört deshalb auch oft die Ausdrücke „es chuenaglet“ oder „es nägelet“ in meinen Füssen. Grund für den Kuhnagel ist die Regulierung des Blutkreislaufes durch den Körper.

Blutgefässe zu schnell erweitert

Wenn wir draussen in der Kälte sind und der Körper friert, zieht er die Blutgefässe zusammen. Zuerst in den sogenannten Extremitäten wie Händen und Füssen. Es fliesst weniger Blut hindurch. So stellt der Körper sicher, dass er weiterhin genügend Blut hat, um die lebenswichtigen Organe wie zum Beispiel das Herz zu versorgen. Die Blutgefässe in den Händen und Füssen sind also zusammengezogen. Kommen wir nun wieder in einen warmen Raum, erweitert der Körper die Blutgefässe unter Umständen zu schnell. Das führt dann zum Kribbeln oder eben zum schmerzhaften Kuhnagel.

Kuhnagel vorbeugen

Vermeiden kann man den Kuhnagel durch warme Kleidung. Es gibt auch Wärmebeutel, die man in die Handschuhe oder Stiefel legen kann, um die Hände und Füsse warmzuhalten. Bekommt man trotzdem eisige Finger oder Zehen, hilft es, die Körperteile langsam aufzuwärmen. Man kann sie zum Beispiel in ein Wasserbad halten, dem man laufend wärmeres Wasser zufügt. Eine warme Suppe oder ein warmer Tee helfen ebenfalls, die Durchblutung langsam anzuregen und so einem Kuhnagel vorzubeugen.

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