Eine Mutter zeig ihrem Kind etwas auf dem iPad.
Alexander Dummer

Merci, Mueter!

10.05.2020
Lars Ziörjen

Der Muttertag wird seit 1914 gefeiert. In den USA erfunden, in Europa auch ein kleiner (oder grosser) Feiertag. Es geht darum, die Mütter und das Muttersein zu ehren. Respekt zu zeigen. Danke sagen. Darum an dieser Stelle einmal keine Geschichten über Viren, Krisen und Probleme - nein, wir sagen einfach Danke. Ein Kommentar: Merci, Mami!

Sanfte Klaviermusik durchdringt den Raum, die Wohnung ist blitzblank, die Kinder sitzen am grossen Esstisch, perfekt frisiert und korrekt gekleidet, sie lösen ganz ruhig ihre Schulaufgaben. Die Mama, ebenfalls perfekt frisiert, geschminkt und angezogen, bereitet in der perfekten Küche das gesunde Abendessen vor - die flauschige Fellkatze streicht durch ihre Beine und ist glücklich, denn die Futterschale ist gefüllt. Da kommt der Mann in die Wohnung, selbstverständlich ebenso perfekt aussehend, mit einem Strauss Rosen. Die Frau lächelt, die Kinder erheben sich und küssen ihre Mutter von beiden Seiten auf die Wange. Ja, es ist Muttertag. Wir haben verstanden, liebe Blumenhändler und Pralinéverkäufer.​

Unperfekt ist auch perfekt

Das soeben beschriebene Bild der perfekten Familie gibt es vor allem in der Werbung. In der Realität sieht es oft anders aus. Was Eltern im Allgemeinen leisten? Kinder für die Schule wecken, Znünibrot, Abschiedsmüntschi, Beruf ausüben, Kinder zum Zmittag empfangen, Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgaben, spielen, dazwischen vielleicht trösten oder diskutieren oder beruhigen, später noch ins Training fahren. Abendessen, ein wenig Wohnung aufräumen, putzen? Die Kinder ins Bett bringen, gute Nacht, danach vielleicht noch Mails checken, eventuell arbeiten. Freizeit? Sicher Bettzeit. Und das Ganze von vorne. Die Arbeit von Eltern ist nicht zu unterschätzen und vieles geschieht beinahe selbstverständlich. Nein, manchmal macht das den Mamas und Papas nicht wirklich Spass. Das gepflegte Aussehen und die blitzsaubere Wohnung rücken in den Hintergrund - einfach eine kurze Pause ist erwünscht. Doch eines gilt in der Regel immer: Der Tag kann noch so stressig und ungemütlich sein, für die eigenen Kinder macht man das im Grunde gerne - denn die eigenen Kinder werden absolut geliebt.

Wertschätzung, Respekt… einfach Merci!

Die eigene Mutter muss man nicht immer verstehen. Umso älter man selber wird, umso unverständlicher werden die Mütter (und Väter) manchmal. Ansichten und Meinungen, die überhaupt nicht “lit” sind, Verhalten und Befehle, die überhaupt nicht “chillig” sind. “Was soll das Gemotze? Warum muss ich aufräumen? Warum willst du wissen, wie es mir geht? Was schaust du mich an? Streichle nicht meine Wange? Du nervst…” So tönt es bei vielen Jugendlichen, das war bei mir nicht anders. So hart das vielleicht tönen mag, denn wir lieben ja unsere Eltern: Das gehört dazu, dass wir nicht einig sind mit “unseren Alten”. Das gehört zu unserer Entwicklung, zu unserer Selbstständigkeit.
Heute, immer noch Sohn und mittlerweile selber Vater, stelle ich aber auch fest, wie viel ein kurzes “Merci” bedeuten kann. Wertschätzung für die grossartige Leistung, die täglich vollbracht wird, ist gefragt. Deshalb: Merci, Mama, fürs Pflästerli. Merci, liegst du noch ein wenig zu mir ins Bett. Merci, hilfst du mir bei den Hausaufgaben. Merci, bist du immer da für mich. Merci, schimpfst du zwar manchmal mit mir, aber liebst mich dennoch immer unbegrenzt. Merci.

Mutter, heute ist dein Tag

Nehmen wir uns also vor, dass wir heute, am Muttertag, besonders lieb sind zu unseren Müttern. Nehmen wir sie in den Arm, einfach so. Wenn sie nervt? Ruhig auf drei zählen und danach wieder lächeln. Helfen wir ihr beim Zubereiten des Essens. Tisch decken? Selbstverständlich. Seien wir heute besonders lieb zu unseren Mamis. Und wenn wir finden, dass sie heute die Wertschätzung und den Respekt verdient hat - dann lasst uns jeden Tag Muttertag feiern! Sie haben es verdient!

Merci für aus, Mueter!

​Übrigens: am 7. Juni folgt dann der noch unbekanntere Vatertag. Diese sind ja auch nicht ganz unwichtig… :)

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