Das Bild zeigt eine Afrikanische Frau im Garten
Annie Spratt

Ni hao, Afrika!

2.09.2021
Nathalie Schelker

«Ni hao» (chinesisch für: «Hallo») hört man in vielen afrikanischen Ländern immer öfters. Doch was steckt dahinter?

Die Rede ist von «Chinafrika». Das Wortspiel weist auf die Beziehungen zwischen China und Afrika hin. Denn diese haben sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt. Das ist auch der Grund dafür, weshalb sich immer mehr Chinesinnen und Chinesen in Afrika aufhalten.

Was will China in Afrika?

China befindet sich in einem wirtschaftlichen Aufschwung. Erkennbar ist dies daran, dass es weniger Arbeitslose gibt, Unternehmen mehr Aufträge erhalten und mehr produzieren. Um diese Aufträge zu erfüllen, braucht China viele Rohstoffe. Damit sind Stoffe wie beispielsweise Holz, Erdöl oder Metalle, die aus der Natur kommen, gemeint. China selbst hat davon zu wenig und muss Rohstoffe daher aus dem Ausland einführen. Die Länder Afrikas hingegen sind reich an Bodenschätzen, wie die wertvollen Rohstoffe auch genannt werden. Afrika liefert China daher Rohstoffe. Im Gegenzug finanziert und erstellt China in Afrika Grossbauten von Fussballstadien bis hin zu Flughäfen.

Kein chinesischer Weihnachtsmann für Afrika

Auf den ersten Blick erscheint China für Afrika wie ein Weihnachtsmann. So verspricht Chinas Präsident Xi Jinping Afrika Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Dollar. Bei einer Investition kauft man etwas in der Hoffnung, dass die durch den Kauf entstandenen Kosten von einem Gewinn wieder gedeckt werden und sogar noch Geld durch zusätzliche Einnahmen verdient wird. Gleichzeitig verkauft China den Afrikaner_innen Konsum- und Investitionsgüter zu sehr niedrigen Preisen – von Badelatschen über Handys bis hin zu Motorrädern. Chinas Waren überschwemmen regelrecht den Kontinent. Dies ermöglicht vielen Afrikaner_innen, welche vorher keinen Zugang zu gewissen Produkten hatten, dass sie diese nun günstig kaufen können. Doch die vermeintlichen «Geschenke» aus China sind für Afrika nicht kostenlos. Denn das Geld, welches Afrika von China erhält, muss irgendwann zurückbezahlt werden. Afrika kann sich dadurch leicht verschulden und China bestimmt die Konsequenzen für eine verspätete Rückzahlung. Auch für die billige Importware aus China zahlt Afrika einen hohen Preis. Denn einheimische Firmen können nicht mit den Preisen mithalten und verlieren dadurch Absatzmärkte. China ist also kein Weihnachtsmann für Afrika. Vielmehr geht es China um die eigenen Interessen.

Afrikas ewiger Freiheitskampf

In den Jahren 1870 bis 1914 war fast ganz Afrika zwischen den Ländern Europas aufgeteilt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) konnten sich die ersten afrikanischen Länder ihre Freiheit erkämpfen. Deshalb ist es für Afrika wichtig, dass es nun nicht erneut abhängig wird und seine Freiheit beibehalten kann. China hat bereits grossen Einfluss auf Afrika. Dies vor allem wegen der von China gewährten Kredite, welche Afrika in die Schulden treibt. Insbesondere während der Corona-Krise sind diese erneut gestiegen und China ist nicht bereit, den Afrikaner*innen einen Teil der Schulden zu erlassen.

Die Zeit wird es zeigen

China bringt sowohl Positives als auch Negatives nach Afrika. Ob die chinesischen Investitionen und das Engagement in Afrika schlussendlich als positive oder negative Entwicklung für die Länder Afrikas in die Geschichte eingehen, wird sich wohl erst im Laufe der Zeit zeigen.

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