Die Nordkoreaner leiden unter der korrupten Regierung
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Nordkorea – noch ärmer wegen Corona

17.12.2020
Kathrin Hausammann

In Nordkorea sind nicht die Fallzahlen das Problem, wenn man den Informationen der Regierung glauben will. Aber das Land schottet sich wegen des Coronavirus noch stärker ab. So stark, dass die Wirtschaft in eine Krise stürzt und die Menschen noch ärmer werden.

Vor einem halben Jahr haben wir das letzte Mal über Nordkorea berichtet. Wir haben versucht zu erklären, warum das Land behauptet, keine Corona-Fälle zu haben. Heute ist der Todestag von Kim Jong-Il, dem Vater des „obersten Führers“ Kim Jong-un. Wir nehmen diesen Tag zum Anlass, um einen erneuten Blick auf das Land zu werfen. Ob es in Nordkorea tatsächlich bis heute keine Corona-Fälle gibt, weiss man nicht so genau. Seit Januar dieses Jahres kommt niemand mehr in das Land rein. Und viele Mitarbeitende von internationalen Hilfsorganisationen und Botschaften sind im Verlauf des Jahres ausgereist. Darum ist es sehr schwierig, die Lage einzuschätzen.

Schlechtes Gesundheitssystem

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es den Menschen nicht gut geht. Im Herbst haben schwere Stürme dem Land geschadet. Viele Menschen sind arm und haben zu wenig zu essen. Wenn jetzt noch das Coronavirus im Land ausbrechen würde, wäre das eine Katastrophe für die Bevölkerung, denn das Gesundheitssystem in Nordkorea ist dafür nicht gerüstet. Die Infrastruktur ist schlecht, wie verschiedene Berichte von Hilfsorganisationen zeigen. Es kommt immer wieder zu Stromausfällen und manchmal gibt es kein fliessendes Wasser. Medikamente sind knapp und die Hygiene ist in manchen Spitälern so schlecht, dass immer wieder Krankheiten ausbrechen.

Wirtschaft in der Krise

Die noch stärkere Abschottung des Landes schadet aber auch der Wirtschaft. So findet praktisch kein Handel mehr statt mit dem Ausland. Auch nicht mit China, dem wichtigsten Handelspartner von Nordkorea. Es werden kaum mehr Waren von Nordkorea nach China oder umgekehrt geliefert. So verschärft sich zum Beispiel die ohnehin schon schlechte Versorgung mit Lebensmitteln und Benzin noch. Nun hat auch die nordkoreanische Geldwährung Won stark an Wert verloren. Und wenn das Geld weniger Wert hat, wird das Leben für die Menschen teurer.

Neuer Plan

Nun reagiert die Regierung. Kim Jong-un hat wohl erkannt, dass er einen neuen Plan braucht, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Der im Jahr 2016 vorgestellte Fünfjahresplan für wirtschaftlichen Fortschritt wird nicht mehr zu erfüllen sein. Die „besseren Zeiten“, die er damals der Bevölkerung versprochen hat, sind nicht eingetreten. Deshalb braucht es einen neuen Plan. Wie dieser aussehen soll, wird Kim Jong-un im Januar an einer Zusammenkunft mit der Arbeiterpartei präsentieren. Dabei wird es jedoch nicht darum gehen, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Mit dem Plan und der Präsentation wird Kim Jong-un sicherstellen, dass die Bevölkerung der Regierung weiterhin vertraut und glaubt, das Land brauche keine Hilfe. Da ist es vielleicht ganz praktisch, dass fast keine ausländischen Personen mehr im Land sind, welche die Situation und damit die Regierung kritisch beurteilen könnten.

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