Radioaktiver Abfall: Vergessen ist gefährlich (04.04.2020)

Radioaktives Material ist sehr schädlich – und das viele tausend Jahre lang. Die Menschen stehen
deshalb heute vor einer seltsamen, aber ernsten Aufgabe: Sie müssen die Menschen in der Zukunft
warnen.

Im Dezember 2019 wurde das Atomkraftwerk Mühleberg (in der Nähe von Bern) abgestellt. Das Gebäude wird nun abgebaut. Das meiste Material kann man entsorgen wie bei einem Haus, das abgerissen wird. Aber in einem Atomkraftwerk entsteht auch ein besonders gefährlicher Abfall:
radioaktives Material.

 

Müllentsorgung für die Zukunft


Radioaktives Material ist wegen seiner Strahlung sehr gefährlich für Menschen und Tiere. Die Strahlung verändert die Körperzellen. Dadurch entstehen Krankheiten. Das radioaktive Material muss deshalb in einer gut gesicherten Deponie gelagert werden – und zwar lange, bis die Strahlung
aufhört. Das dauert viele tausend Jahre.
Diese lange Zeit ist es ein Problem: Es ist nämlich möglich, dass die Menschen in tausend oder zweitausend Jahren vergessen haben, was radioaktives Material ist. Sie kommen vielleicht auf die Idee, die Deponie wieder auszugraben, weil sie neugierig sind auf den Inhalt.
Das klingt auf den ersten Blick seltsam, aber viele Sachen werden vergessen. Die Römer und Kelten lebten vor 2‘000 Jahren in der Schweiz. Von ihnen ist nicht viel übrig geblieben: verfallene Ruinen, Teller, Töpfe, alte Werkzeuge. Wir kennen ihr Leben fast nur durch Ausgrabungen.

Forscherinnen und Forscher machen sich deshalb schon heute Gedanken, wie man die Menschen in der Zukunft warnen kann. Sie glauben, dass einfache Zeichnungen und Symbole auf Schildern am besten funktionieren. Die Schilder werden dann bei den Deponien aufgestellt, in denen das radioaktive Material vergraben wird. Die Schilder müssen sehr stabil sein, damit sie lange halten. Buchstaben und Texte sind keine gute Idee. Denn vielleicht verstehen die Menschen in tausend Jahren unsere Sprache nicht mehr.

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