Burival Zbynek

Sonnenenergie und Wasserkraft – jetzt darf gebaut werden

5.10.2022
Kathrin Hausammann

Es ist durch – das Parlament hat letzten Freitag das Gesetz zum Ausbau von erneuerbaren Energien im Schnellzugtempo angenommen. Das neue Gesetz soll mithelfen, einem möglichen Strommangel entgegenzuwirken.

Bis ein neues Gesetz im Parlament angenommen wird, dauert es normalerweise sehr lange. Da wird hin und her diskutiert, angepasst, überarbeitet usw. In der aktuellen Situation, wo viele Menschen befürchten, dass wir bald zu wenig Strom haben werden, war es möglich, ein Gesetz in wenigen Wochen in Kraft zu setzen.

Was regelt das Gesetz?

Beim Gesetz zum Ausbau von erneuerbaren Energien geht es zum Beispiel um Anlagen für Sonnenenergie oder Wasserkraft. Mit dem neuen Gesetz können Solarkraftwerke in den Bergen schneller gebaut oder beispielsweise die Staumauer im Grimselgebiet erhöht werden. Das ist grundsätzlich positiv. Doch das Gesetz war trotzdem umstritten. Es waren nicht alle Politiker mit dem Gesetz einverstanden. Der Grund dafür war, dass die Energiefirmen mit dem neuen Gesetz verschiedene Bewilligungsstufen überspringen können, wenn sie eine neue Energie-Anlage bauen wollen.
Bis ein Unternehmen die nötigen Bewilligungen erhält, um eine solche Anlage zu bauen, dauert es normalerweise mehrere Jahre. Mit dem neuen Gesetz soll der Bau einer neuen Energie-Anlage nur noch zwei bis drei Jahre dauern.

Umweltorganisationen halten sich zurück

Diese schnelleren Bewilligungsverfahren können problematisch sein für den Naturschutz. Denn dieser kann je nach Situation „ausgehebelt“ werden. Das heisst, der Bau einer Anlage kann als wichtiger eingestuft werden als der Schutz der Natur – zum Beispiel ein Windpark mit Windmühlen auf einer Alp. Das ist für die Umweltorganisationen eigentlich nicht in Ordnung. Trotzdem wollen sie nicht gegen das neue Gesetz vorgehen. Das haben sie nach der Annahme des Gesetzes letzten Freitag mitgeteilt. Zu den grossen Umweltorganisationen gehören etwa der WWF, Greenpeace oder Pro Natura. Sie würden zwar schon heikle Punkte sehen im Gesetz, aber auch einige gute und wichtige. So zum Beispiel, dass Dächer und andere Gebäude besser für Solarstromproduktion (Sonnenenergie) genutzt werden können. Zudem gälte das Gesetz nur für zwei Jahre und die Anzahl der Anlagen, die gebaut werden dürfen, ist begrenzt.

Nun bist du dran

Also alles im grünen Bereich? Was wäre dir wichtiger – neue Energie-Anlagen oder der Naturschutz? Würde dich ein Windrad in deinem Wohnort stören? Was siehst du sonst noch für Möglichkeiten zur Energie-Gewinnung?

Sprich darüber – und melde dich doch auch bei uns. Entweder mit einem Kommentar in der Kommentarspalte, auf Facebook oder durch unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf Rückmeldungen.

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