Die Konflikt-Insel Krim
Dmitry Bogatyrev

Ukraine und Russland – Streit ohne Ende?

24.08.2021
Kathrin Hausammann

Wir werfen einen Blick ganz in den Osten von Europa. Dort stehen zwei Länder seit Jahren in einem grossen Konflikt – die Ukraine und Russland. Um was geht es in diesem Konflikt und warum können die Länder sich nicht einigen? Wir versuchen, Antworten zu geben.

Um den Konflikt zu verstehen, müssen wir etwas zurückblicken – bis ins Jahr 1991. Damals wurde die damalige Sowjetunion aufgelöst. Zur Sowjetunion gehörten nebst Russland und Ukraine auch Länder wie Kasachstan oder Georgien, aber auch Lettland, Litauen und Estland, die heute zur EU gehören. Nach der Auflösung wurden die dazugehörigen Länder unabhängig und eigenständig. Doch das Verhältnis zwischen der Ukraine und Russland war schwierig. Die Ukraine blieb wirtschaftlich und finanziell stark abhängig von Russland, versuchte aber auch, sich Richtung Westen zu orientieren. Das wiederum passte Russland nicht. Das Land hatte schon immer Ansprüche an die Ukraine, auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, aber auch was die Beherrschung von gewissen Gebieten anbelangt.

Zankapfel Krim

So ist zum Beispiel die Halbinsel Krim ein grosser Streitpunkt der beiden Länder. Auf der Halbinsel befindet sich ein russischer Militärstützpunkt und viele Menschen sprechen dort russisch. Russland war deshalb schon immer der Meinung, dass diese Halbinsel zu ihrem Land gehöre. Im Jahr 2014 kam es zu einer Abstimmung. Die Mehrheit der Bevölkerung der Krim hat sich dabei für einen Anschluss an Russland entschieden. Ob die Abstimmung rechtens war, das heisst, ob alles mit rechten Dingen zu und her ging, ist jedoch äusserst umstritten. Westliche Länder wie die Mitgliedsländer der EU oder die USA anerkennen das Ergebnis daher nicht und sehen die Krim immer noch als Teil der Ukraine.

Unruhe im Osten

Ähnliches spielte sich auch im Osten der Ukraine ab, an der Grenze zu Russland. Im Gebiet Donbass leben hauptsächlich russischsprachige Menschen. Sie gehören teilweise zu Gruppen, die sich von der Ukraine abspalten und sich Russland anschliessen möchten – die sogenannten pro-russischen Separatisten. Es kam daher in diesen Gebieten immer wieder zu heftigen Kämpfen zwischen den pro-russischen Separatisten und ukrainischen Militärtruppen. Im Jahr 2015 haben die beiden Parteien schliesslich ein Friedensabkommen unterzeichnet – das Minsker Abkommen. Darin steht, dass sich beide Parteien an eine Waffenruhe halten und die Kämpfe auf politischer Ebene beenden würden. Leider wurde die Waffenruhe aber immer wieder verletzt. Das heisst, es gab immer wieder neue Kämpfe – zuletzt diesen Frühling. Das Leben für die Menschen im Donbass ist nach wie vor gefährlich und unsicher. Viele flüchten. Und wie geht es jetzt weiter?

Kommt es zur Spaltung?

Es ist höchst unklar, ob der Konflikt gelöst werden kann. Staats- und Regierungschefs versuchen, zwischen den Parteien zu vermitteln und zu verhandeln. Es werden aber auch Strafen und Auflagen (Sanktionen) gegenüber Russland ausgesprochen. Russland wiederum stellt vermehrt militärische Truppen an der Grenze auf und provoziert damit die Ukraine und den Westen. Wird es zu einer Spaltung der Ukraine kommen? Wird das Land die pro-russischen Gebiete im Osten an Russland verlieren? Die Antworten auf diese Fragen kann im Moment niemand geben. Wir können nur für die Menschen dort hoffen, dass sich bald ein Ende des Konflikts abzeichnet und wieder Ruhe in ihrem Leben einkehrt.

Arbeitsmaterial

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