Stillstehende Autos
Randy Lisciarelli

Unverständlich und schlecht für die Umwelt

8.06.2022
Kathrin Hausammann

Was haben Ostern, Auffahrt und Pfingsten gemeinsam? Die Verkehrsmeldungen zum Stau am Gotthard. Auch am vergangenen Wochenende war es wieder so weit. Kilometerlange Staus Richtung Süden und wieder zurück. Und ausgerechnet am Sonntag war Weltumwelttag. Wie geht das zusammen?

Einfach „hirnrissig“ sagt ein Lastwagenchauffeur in einem Artikel der BernerZeitung BZ über die Menschen, welche sich an einem langen Wochenende freiwillig in den Stau am Gotthard stellen (vgl. https://www.bernerzeitung.ch/das-ist-doch-hirnrissig-667010931186). Er würde das nicht machen, wenn nicht müsste wegen seines Jobs. Auch für mich ist das völlig unverständlich. Man verliert nicht nur wahnsinnig viel Zeit vom freien Wochenende beim Rumsitzen im Auto, sondern man schadet auch der Umwelt. Und dabei war ausgerechnet am Pfingstsonntag, 5. Juni Weltumwelttag. Wie viele Autofahrerinnen und Autofahrer am Gotthard wussten das wohl?

Wann ändert sich etwas?

Wenn ich mir diese immer wiederkehrenden Staus am Gotthard anschaue, frage ich mich wirklich: wann ändert sich wohl etwas? Wie viele dieser Menschen fahren das nächste Mal wieder mit dem Auto Richtung Süden? Wer steigt auf den Zug um? Da erinnere ich mich ehrlich gesagt gerne an die aussergewöhnliche Verkehrsmeldung vom Gründonnerstag 2020 zurück: „Es gibt keine aktuellen Verkehrsmeldungen.“ Wie war das? Keine Verkehrsmeldungen an Ostern? Ja, das war mitten im Lockdown. Wegen Corona wurden die Menschen gebeten, zu Hause zu bleiben. Hier sei Corona ausnahmsweise mal gedankt. Die Natur und auch die Menschen rund um den Gotthard wurden für einmal von der Blechlawine verschont.

Endlich wieder reisen

Schade, dass es nur mit offiziellen Einschränkungen wegen einer Pandemie gelingt, diese Blechlawinen zu stoppen. Die Informationen und Diskussionen rund um die Klimakrise reichen offenbar nicht. Die Auswirkungen unseres Verhaltes in Bezug auf das Klima und die Umwelt sind wohl immer noch zu wenig spürbar für die Menschen. Es ist natürlich verständlich, dass die Menschen nach der Pandemie wieder reisen wollen. Endlich sind die Grenzen wieder offen, die Einschränkungen beim Einreisen gelockert oder aufgehoben. Egal ob mit Flugzeug, Auto, Bus oder Schiff – fast alle Länder und Orte sind wieder erreichbar. Doch, haben wir nicht gerade in der Pandemiezeit gelernt, wie schön es eigentlich auch in unserer Region ist? Wie viel es in der Nähe zu entdecken gibt?

Natur und Umwelt würden es uns danken, wenn wir uns hie und da an diese Zeit zurückbesinnen würden. Oder wir sollten uns dann zumindest überlegen, ob wir nicht auch mit dem Zug verreisen könnten oder mal eine Velotour in Angriff nehmen.

Nun bist du dran

Wie und wo verbringst du deine langen Wochenenden oder Ferien? Spielt es für dich eine Rolle, mit welchem Verkehrsmittel du verreist? Was für Überlegungen machst du dir zu Reisen und Umwelt?

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