Zum Weltfrauentag - Frauen kämpfen um Ihre Existenz.
Rad Pozniakov

Weltfrauentag

9.03.2021
Samira Lussi

Der 8. März 2021 erstrahlte in den Farben Violett, Grün und Weiss; die offiziellen Farben des Weltfrauentags. Jedes Jahr werden an diesem Tag die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen gefeiert. Aber brauchen wir heute eigentlich noch einen Weltfrauentag und wie ist dieser Tag entstanden?

In diesem Jahr bildete das Frauenstimmrecht, welches vor knapp 50 Jahren eingeführt wurde, ein besonderes Highlight der Feierlichkeiten des Weltfrauentags in der Schweiz. Denn dies ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Frauenrechte. Doch auch 50 Jahre später gibt es bei der Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweiz noch viel zu tun. Denn es sind immer noch hauptsächlich Frauen, die die Hausarbeit übernehmen und Männer, die Vollzeit einem Beruf nachgehen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass der monatliche Lohn einer Frau im Durchschnitt 1'512 Franken tiefer ist als der eines Mannes. Somit macht es für eine Familie mehr Sinn, wenn sie sich auf den höheren Lohn des Mannes verlässt. Experten können sich bis zu 45 Prozent dieses monatlichen Unterschieds nicht erklären. Somit weist dies auf eine Lohndiskriminierung hin. Um auf genau diese Missstände weiterhin aufmerksam zu machen, gibt es den Weltfrauentag.

Geschichte des Weltfrauentags

Im Jahr 1908 rief ein Frauenkomitee in den USA den nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht ins Leben. Im Jahr darauf fand dieser zum ersten Mal statt und war ein voller Erfolg. Die Idee schwappte nach Europa über und 1910 beschloss die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung des Frauentags. Dieser wurde zunächst in der Schweiz, Dänemark, Deutschland und Österreich-Ungarn gefeiert. Zu Beginn dieser Bewegung stand hauptsächlich die Forderung nach einem Frauenstimmrecht im Fokus. Nach dem ersten Weltkrieg veränderten sich die staatlichen Strukturen in einigen Ländern, was vielerorts zum Wahlrecht der Frauen führte. Doch weil in der Schweiz kein Krieg stattgefunden hatte, wurde über das Frauenstimmrecht lediglich abgestimmt und von einer grossen Mehrheit abgelehnt.

Die Bewegung rund um den Frauentag ging also weiter. In den 1920er Jahren führten immer mehr Länder den Anlass durch und neue Forderungen wie Lohngleichheit traten in den Vordergrund. Dies galt aber nur für kurze Zeit, denn während dem zweiten Weltkrieg wurden Versammlungen verboten. Nach dem zweiten Weltkrieg verlor der Frauentag seinen Ursprungsgedanken. Da Männer immer höhere Löhne erhielten, waren viele Familien nicht mehr auf das Einkommen der Frau angewiesen und diese kehrten in den Haushalt zurück und verliessen ihre Tätigkeiten, die sie während dem Krieg ausgeführt hatten.

Der Frauentag verlor an Bedeutung, bis in den 1970er Jahren eine neue, junge Frauengeneration den Tag nutzte, um Geschlechterthemen an die Öffentlichkeit zu bringen. Im Jahr 1975 entschied die UNO, den 8. März offiziell zum Internationalen Tag der Frau zu machen. Immer mehr Länder begannen den Tag zu feiern und in einigen gilt er sogar als offizieller Feiertag.

Thema 2021

Choose To Challenge, das war das Motto des Weltfrauentags 2021. Es bedeutet soviel wie"wähle die Herausforderung". Das Komitee des Weltfrauentags hat dazu aufgerufen, ein Bild mit der #ChooseToChallenge Pose, einer erhobenen Hand, auf den sozialen Medien zu veröffentlichen. Damit wollten sie zeigen, dass wir uns zusammen dafür entscheiden, geschlechtsspezifische Vorurteile und Ungleichheiten anzuprangern und zu bekämpfen. Wir entscheiden uns dafür die Leistungen von Frauen zu feiern. Damit tragen wir alle dazu bei eine inklusive Welt zu schaffen.

Arbeitsmaterial

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