Das Bild zeigt einen Arzt mit einem Stethoskop.
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Weltgesundheitstag

8.04.2021
Nicole Emch

Wie wichtig und wertvoll eine gute Gesundheit ist, bekommen wir seit einem Jahr besonders deutlich zu spüren. Das Corona-Virus hat viele von uns aufgerüttelt. Plötzlich sind Fragen aufgetaucht, die wir uns in der Schweiz so schon lange nicht mehr stellen mussten: Haben wir genügend Spitalbetten für alle, die gepflegt werden müssen? Wie können wir besonders gefährdete Personen schützen? Können wir dank einer Impfung bald zurückkehren ins „normale Leben“? Am 7. April wird mit dem Weltgesundheitstag überall auf der Welt auf Gesundheitsthemen aufmerksam gemacht, auch dieses Jahr.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde am 7. April 1948 gegründet. Sie ist eine Sonderorganisation der UNO und hat 194 Mitgliedsstaaten. Die Organisation hat zum Ziel, die bestmögliche Gesundheit bei allen Menschen zu erreichen. Dafür koordiniert sie die Aktivitäten im Gesundheitsbereich innerhalb des UNO-Systems. Zu den Hauptaufgaben zählen die Bekämpfung von Erkrankungen (sowohl ansteckende Krankheiten wie Grippe oder Aids, als auch nicht übertragbare wie Krebs oder Herzerkrankungen) und die Förderung und Verbesserung von Gesundheitssystemen weltweit.
Der 7. April wurde deshalb zum Weltgesundheitstag bestimmt, an dem jeweils an ein bestimmtes Thema aus dem Gesundheitsbereich erinnert wird. Das Motto wechselt von Jahr zu Jahr. Ziel ist es, Menschen auf der ganzen Welt zum jeweiligen Thema zu informieren und die Politiker aufzufordern Probleme zu lösen. Am Anfang, also vor rund 70 Jahren, waren es oft Themen, die mit der schlechten Versorgungslage in ärmeren Ländern zusammenhingen. Zum Beispiel wurde darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig sauberes Wasser für die Gesundheit ist. Ein anderes Thema war Ernährung und Gesundheit. Die reicheren Länder wurden somit indirekt aufgefordert, die ärmeren besser zu unterstützen und bei der Lösung dieser Probleme zu helfen. Viele Themen sind aber für alle Länder gleich aktuell und wichtig, zum Beispiel Impfschutz, psychische Krankheiten, die Gefahren des Rauchens oder Unfälle.

Der Weltgesundheitstag vom letzten Jahr war den Pflegenden und Hebammen weltweit gewidmet und ihrer zentralen Rolle im Gesundheitssystem. Wie wichtig sie sind, haben wir in diesem Jahr alle mitbekommen. Viele Leute haben ihre Dankbarkeit mit Applaus, Plakaten, Konzerten und weiteren Reaktionen gezeigt.

Welche Bedeutung hat der Tag in der Schweiz?

In der Schweiz haben wir das Glück, ein gut ausgebautes Gesundheitssystem zu haben. Doch auch hier gibt es Themen, die Aufmerksamkeit verdienen. Deswegen informieren auch bei uns jedes Jahr verschiedene Organisation und Stellen zum jeweiligen Thema des Weltgesundheitstags.
2015 ging es um das Thema „Lebensmittelsicherheit“. „aha! das Allergiezentrum Schweiz“ machte deshalb darauf aufmerksam, dass auf der ganzen Welt rund zwei Millionen Menschen pro Jahr wegen schlechten Lebensmitteln und verunreinigtem Trinkwasser sterben. Dazu kommen mehr als 200 Erkrankungen, die von Bakterien, Viren, Parasiten oder chemischen Stoffen in Nahrungsmitteln ausgelöst werden. Das Allergiezentrum sagte zudem, wie wichtig es ist, dass alle Allergene auf der Verpackung richtig angegeben werden. Nur so können Allergiker sicher sein, dass sie bestimmte Lebensmittel konsumieren dürfen.
2018 informierte die Bundesverwaltung über ihre Projekte im Ausland. Thema war damals die „flächendeckende Gesundheitsversorgung“. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung hatte auch vor drei Jahren noch keinen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdienstleistungen, und jedes Jahr gerieten 100 Millionen Menschen wegen ihrer Gesundheitsausgaben in extreme Armut. Die Schweiz achtet deshalb bei ihren Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit besonders auf die Stärkung der Gesundheitssysteme in den Partnerländern.
Das Thema „flächendeckende Gesundheitsversorgung“ ist so wichtig, dass es ein Jahr später gleich noch einmal im Zentrum stand. 2019 informierte deshalb auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK). Das SRK selbst setzt sich mit seinen Angeboten und Projekten in der Schweiz dafür ein, dass eine Gesundheitsversorgung für alle sichergestellt ist. Doch auch weltweit sollen alle Menschen zum richtigen Zeitpunkt und in der Nähe die Behandlung erhalten, die sie benötigen. Zwar gibt es weltweit Fortschritte in diesem Bereich, immer noch haben aber Millionen von Menschen keinen Zugang zu Gesundheitsleistungen oder können sich diese nicht leisten, weil sie gleichzeitig Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf bezahlen müssen. Das SRK arbeitet weltweit dafür, dass alle einen Zugang zum Gesundheitssystem erhalten, nicht nur die reichen Leute.

Wie weiter?

Das Thema für das Jahr 2021 lautet „eine gerechtere, gesündere Welt schaffen“. In den letzten Jahren gab es zwar weltweit Verbesserungen beim Gesundheitsniveau der Menschen, und die durchschnittliche Lebenserwartung ist gestiegen. Allerdings gibt es immer noch grosse Unterschiede zwischen Ländern und auch innerhalb, zwischen verschiedenen Bevölkerungsschichten. Die Corona-Pandemie hat nun viele dieser Fortschritte zunichte gemacht. Mehr Menschen wurden zurück in die Armut getrieben, viele leiden an Hunger. Die Ungleichheiten sind gestiegen, der Zugang zum Gesundheitssystem wurde wieder schwieriger. Besonders hart getroffen hat es jene Gruppen, die schon zuvor anfälliger waren. Sie leiden besonders unter den Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie, etwa wenn sie nicht mehr arbeiten dürfen und dann kein Geld für Essen oder für den Arzt haben.
Diese Ungleichheiten sind ungerecht und sie sind verhinderbar. Die WHO ruft deshalb die führenden Politiker dazu auf, diese Unterschiede zu bekämpfen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen Zugang zu guten Gesundheitsleistungen erhalten, wann und wo immer sie diese brauchen.

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