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Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte…

19.01.2020
Lars Ziörjen

Noch vor wenigen Jahren hätte man sich diese Rollenverteilung nicht vorstellen können. Die USA sind kämpferisch unterwegs und sind nicht immer zuverlässige Freunde. Europa sieht machtlos zu und ist selber ein wenig durcheinander. China schaut primär auf seine eigene Position, Australien brennt, Arabien brodelt, Südamerika brutzelt… und einer lächelt: Wladimir Putin, der Präsident von Russland.

Eine verkehrte Welt: Angela Merkel, die Bundeskanzlerin von Deutschland, holt sich Rat bei Wladimir Putin, dem man sonst nicht immer trauen wollte. Trauen durfte. Rat braucht Merkel deshalb, weil es wirklich schwierig ist zu sehen, wie man mit Trump und seiner Politik zurechtkommen soll. Der Dritte Weltkrieg schien kurz vor dem Beginn. Und so überrascht es eigentlich nicht, dass auch unerwartete Dinge geschehen: Putin scheint der gern gesehene Vermittler zu sein. Deutschland, Frankreich, Syrien, die Türkei… alle suchen sie die Nähe des russischen Präsidenten. Er vermittelt gegen Westen hin (Europa), aber auch gegen Südosten (arabische Länder) und stärkt somit seine eigene Macht auf der Welt. Russland ist ja auch nicht gerade ein lammfrommes Land der Erde. Vor wenigen Jahren haben sie gewaltsam eine Region der Ukraine militärisch übernommen – einfach so. Nun also soll Putin der klärende Vermittler in einem militärischen Konflikt sein?

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Vermutlich fühlt sich Putin wohl in der Rolle. Er kann im Hintergrund weiter seine Macht stärken, ohne sich auf eine Seite zu stellen. Er ist momentan auf allen Seiten als freundschaftlicher Partner angesehen, obwohl er schon oft bewiesen hat, eher ein falscher Freund zu sein. Seinem Wort kann man anscheinend nicht immer trauen.

Warum ist das wichtig und ein Thema auf Chinderzytig? Nun, das Beispiel Putin soll zeigen, dass die Politik auf der Welt kompliziert ist. Politisierende sind Menschen. Jedoch mit klaren (nicht immer offensichtlichen) Interessen, Zielen und Absichten. Jeder will seine Macht sichern. Wer ist Freund, wer ist Feind? Diese Grenzen verschieben sich – je nach Interesse. Es kann sein, dass in zwölf Monaten Putin wieder der grosse Buhmann ist. Je nach Interesse.

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