Der Schutz unserer Meere
Was ist mit dem Eisberg passiert? Warum ist das Thema wichtig für uns und was hat die ganze Geschichte mit dem Klimawandel zu tun?
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Der Eisberg A23a ist von einem Riesen zu einem Zwerg geschmolzen.
- Er steht als Sinnbild für das Eisschmelzen in der Antarktis.
- Durch den Klimawandel wird das Meer wärmer, was zu schnellerem Schmelzen führt.
Der A23a war einer der grössten Eisberge der Welt. Nun ist er zu einem Zwerg geschmolzen und wird sich wahrscheinlich in den nächsten Wochen ganz auflösen. Der A23a war Teil des Schelfeises des antarktischen Kontinents (am Südpol). Schelfeise sind schwimmende Eisplatten, die um den Rand der Antarktis liegen. Dort wirken sie als Stützpfeiler für das Landeis und bremsen den Abfluss ins Meer. Teilweise brechen dort Stücke ab, wie der A23a vor etwa 40 Jahren. Durch die Meeresbewegungen wurde er von der Antarktis weggetrieben und blieb in der Nähe des Kontinents für 30 Jahre im Schlamm stecken. 2020 setzte er sich wieder in Bewegung und fliesst zurzeit als immer kleineres Stück Eis im Meer. Forschende gehen davon aus, dass A23a anfangs etwa 4000 Quadratkilometer gross war (etwa wie Kap Verde). Heute sind davon noch etwa 50 Quadratkilometer übrig (etwa so gross wie die Stadt Bern).
Warum ist das wichtig?
Eisberge entstehen und schmelzen wieder. Dieser Prozess ist eigentlich normal. Jedoch ist es weniger normal, dass ein so grosser Eisberg wie A23a so schnell schmilzt. Forscher*innen sehen den Eisberg als Sinnbild für das Eisschmelzen in der Antarktis. Das grosse Problem daran ist, dass immer mehr Schelfeis wegschmilzt. Schelfeis ist die Eisschicht um den antarktischen Kontinent, die das Landeis davon abhält, direkt ins Meer zu schmelzen. Wenn also immer weniger Schelfeis besteht, kann immer mehr Landeis direkt ins Meer gelangen und so den Meeresspiegel schneller ansteigen lassen.
Was hat der Klimawandel damit zu tun?
Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen im Meer. Die Weltmeere haben etwa 90 Prozent der Wärme aufgenommen, die durch Emissionen entsteht. (Emissionen sind Schadstoffe, die durch menschliche Aktivitäten in die Umwelt gelangen.) So hat sich auch der antarktische Ozean erwärmt. Zurzeit kommt ein grosser Teil des weltweiten Anstiegs des Meeresspiegels davon, dass sich die Ozeane erwärmen und deswegen ausdehnen. (Würde man das gesamte Eis der Antarktis in den Ozean tun, würde der Meeresspiegel rund 50 Meter ansteigen.) Wenn das Meer immer wärmer wird, schmilzt auch mehr Schelfeis davon und das Landeis ist weniger geschützt. Forschende haben zudem herausgefunden, dass sich grosse Rillen unter dem Schelfeis befinden. In diesen Rillen sammelt sich warmes Meerwasser und macht, dass das Eis schneller schmilzt.
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