Die Manosphere
Im Internet gibt es verschiedene Gruppen, in denen ein bestimmtes Bild von Männern und Frauen verbreitet wird. Sie gehören zur sogenannten Manosphere. Dort finden sich Inhalte über Selbstbewusstsein, Aussehen und Erfolg – aber auch sexistische und frauenfeindliche Aussagen. Besonders für junge Männer kann es schwierig sein, solche Inhalte richtig einzuordnen. Doch wie funktioniert die Manosphere eigentlich, und warum kann sie für Menschen gefährlich werden?
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Die Manosphere sind verschiedene Gruppen im Internet.
- In diesen Gruppen tauschen sich hauptsächlich Männer über Männlichkeit, Aussehensverbesserung bis hin zu Frauenfeindlichem aus.
- Die Manosphere kann Männer bis zum Rechtsextremismus radikalisieren.
Der Begriff Manosphere (englisch für Mannospähre) bezeichnet verschiedene Gruppen im Internet, oft auch in den Sozialen Medien. Viele von ihnen verbindet die Vorstellung, Männer müssten stark und dominant sein. Gleichzeitig werden Frauen, Feminismus oder die Gleichstellung der Geschlechter als Probleme dargestellt, die Männer benachteiligen. Die Einstellungen reichen dabei von sexistischen Aussagen bis zu Frauenhass. Zur Manosphere werden unterschiedliche Gruppen gezählt. Bei einigen dieser Gruppen geht es hauptsächlich darum, den Körper zu verändern, beispielsweise «Looksmaxxing» (das Aussehen maximieren). In anderen geben Männer den Frauen die Schuld, dass sie keine Freundin finden oder rutschen sogar in rechtsextreme Gruppen, beispielsweise «Incels» (Männer, die Unfreiwillig single sind).
Was passiert in der Manosphere?
Der Einstieg kann ziemlich unscheinbar sein. Oft bekommen junge Männer Content auf beispielsweise Instagram oder TikTok gespielt. Auch über Gaming-Communities, Podcasts oder Onlineforen können Jugendliche mit der Manosphere in Kontakt kommen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Algorithmen. Wer bestimmte Videos anschaut oder mit ihnen interagiert, bekommt häufig ähnliche Inhalte vorgeschlagen. So können Manosphere-Inhalte immer häufiger im eigenen Feed auftauchen.
Viele sogenannte Manfluencer (männliche Influencer in der Manosphere) greifen Fragen auf, die Jugendliche beschäftigen. Beispielsweise Fragen zum Selbstbewusstsein oder, wie Männer erfolgreicher werden oder mehr Frauen kennenlernen. Diese Manfluencer bieten auch direkt die Antwort, dass diese jungen Männer stärker werden müssen, ihr Aussehen verändern oder den Frauen die Schuld geben müssen. Eigene Unsicherheit bekommt dadurch einen scheinbar einfachen Schuldigen.
Was ist daran gefährlich?
Gefährlich wird die Manosphere vor allem dann, wenn aus persönlichen Problemen Feindbilder entstehen. Wer beispielsweise enttäuscht ist, weil Liebesbeziehungen nicht funktionieren, kann nicht einfach allen Frauen die Schuld geben. In Teilen der Manosphere werden jedoch Frauen und Feminismus genau zu solchen Schuldigen gemacht. Dadurch können Vorurteile und Frauenfeindlichkeit verstärkt werden. Hinzu kommt ein Männerbild, das besagt, dass Männer dominant, erfolgreich und stark sein müssen. Gefühle wie Angst, Unsicherheit oder Scham können in diesem Weltbild als „unmännlich“ gelten. Das kann jungen bis alten Männern schaden, weil sie allmählich denken, ihre Gefühle verstecken zu müssen. Auch kann die Idee aufkommen, dass sie einem Ideal entsprechen müssen und sie nur gut genug sind, wenn sie dies erreichen.
Besonders gefährlich ist zudem, dass sich Menschen in der Manosphere radikalisieren. Frauenfeindliche Aussagen können immer extremer werden, was zu mehr Gewalt führen kann. Die Manosphere weist ausserdem Überschneidungen mit Rechtsexstremismus auf. In der Manosphere verbreitete Ideen wurden mit Onlinebelästigungen und echten Gewalttaten gegen Frauen in Verbindung gebracht.
Mehr Infos findest du unter https://manosphere.ch/. Falls du merkst, dass du dich auf dem Weg in die Manosphere befindest oder jemanden kennst, der schon drin ist, sprich mit einer Vertrauensperson darüber.
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