TikTok app on phone display
Solen Feyissa

Konflikt um TikTok

5.08.2020
Rebekka Christen

Der US-Präsident Donald Trump will TikTok verbieten. Gleichzeitig will das Software-Unternehmen Microsoft die beliebte App kaufen. Was steckt dahinter?

TikTok entstand vor acht Jahre. Seitdem ist die Kurzvideo- und Social-Media-Plattform schnell gewachsen. Das soziale Netzwerk ist schneller gewachsen, als zum Beispiel Instagram oder Facebook. Im Mai 2020 wurde sie zum ersten Mal über zwei Milliarden Mal heruntergeladen. Mit dem Erfolg hat aber auch die Kritik an TikTok zugenommen. Indien hat das Portal bereits verboten, die US-Regierung diskutiert seit Monaten darüber. Der Grund: Es wird vermutet, dass das chinesische Unternehmen ByteDance, in dessen Besitz sich TikTok befindet, von der chinesischen Regierung kontrolliert wird.

Anschuldigungen gegen ByteDance

Es gibt zwei Hauptvorwürfe: Erstens soll ByteDance Daten von TikTok-Nutzerinnen und -Nutzern wie Telefonnummern und Informationen zum Wohnort der chinesischen Regierung zukommen lassen. Das heisst die chinesische Regierung weiss alles über Nutzerinnen und Nutzer der Plattform. Das Unternehmen lehnt den Vorwurf ab. Jedoch ist es gemäss Kritikerinnen und Kritikern kaum möglich, dass Firmen in China so erfolgreich sein können wie ByteDance, ohne mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Das heisst nicht, dass sie das wollen: Unternehmen könnten von der Regierung auch dazu gezwungen werden.
Zweitens gibt es grosse Bedenken, dass gewisse Inhalte auf TikTok zensiert werden. Das heisst, dass die Verbreitung von Inhalten, die von der chinesischen Regierung nicht erwünscht sind, verhindert werden. Es wird also vermutet, dass TikTok die Verbreitung von bestimmten Videos gezielt eingeschränkt, sodass sie kaum jemand oder niemand sehen kann.

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Christoph Scholz
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CC BY-SA 2.0

Microsoft interessiert sich für TikTok

Am 31. Juli 2020 hat der US-Präsident Donald Trump gesagt, dass die App in den USA schon am Tag darauf gesperrt werden soll. Daraus ist aber bis jetzt nichts geworden. Jedoch hat das Software-Unternehmen Microsoft mitgeteilt, dass es Interesse daran hat, mindestens den US-Teil von TikTok zu kaufen. Damit könnte ByteDance um das Verbot von TikTok in den USA herumkommen. Denn: Microsoft ist eine US-Firma. Kauft Sie den US-Teil von TikTok, steht dieser nicht mehr in Verbindung mit China.

Ob Microsoft tatsächlich einen Teil der Videoplattform kauft, steht noch offen. Am 2. August 2020 hat die Software-Firma mitgeteilt, dass sie gemeinsam mit Donald Trump über den teilweisen Aufkauf von TikTok gesprochen hat. In jedem Fall wolle sie entsprechende Diskussionen mit ByteDance bis am 15. September 2020 abschliessen.

Wie geht es weiter?

Der US-Präsident Donald Trump scheint den möglichen Kauf also nicht vollständig abzulehnen. Aber mit Sicherheit wird er sich zu diesem Thema bis zu den US-Präsidentschaftswahlen vom 3. November 2020 noch einige Male äussern. Denn er will der amerikanischen Bevölkerung am Beispiel von TikTok zeigen, dass er streng mit dem immer stärker werdenden China umgeht. Für Donald Trump ist das ein Grund, wieso man ihn wählen sollte.

Auch in Europa wird TikTok kritisch betrachtet. Daher hat die Europäische Union eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Videoplattform beschäftigt. Sie soll mehr über den Umgang mit Daten und weitere mögliche Risiken von TikTok herausfinden. Wird also auch hier bald ein Verbot diskutiert? Das wird sich noch zeigen.

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Europäische Union (EU)

Die Abkürzung für Europäische Union. Das ist eine Vereinigung verschiedener Länder von Europa, die gemeinsam eine Währung haben (den Euro) und gemeinsam Entscheidungen treffen. Die meisten Länder gehören dazu. Ausnahmen sind zum Beispiel die Schweiz.

Nun bist du an der Reihe

Was denkst du über die Vorwürfe gegen den TikTok-Besitzer ByteDance? Verstehst du, dass die US-Regierung TikTok verbieten will? Glaubst du, dass bald auch bei uns in Europa über ein Verbot der App gesprochen wird?

Sprich darüber – und melde dich doch auch bei uns. Entweder mit einem Kommentar in der Kommentarspalte, auf Facebook oder durch unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf Rückmeldungen.

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