Der grosse Krieg ist nicht entstanden. Was ist sonst geschehen im Iran? (12.06.2020/pf)

 Bald ist ein halbes Jahr vergangen, seit der iranische General Qasem Soleimani von einer Rakete der USA getötet wurde. Ein früherer Artikel der Jugendzytig ging damals der Frage nach, ob es vielleicht zu einem grossen Krieg zwischen den zwei Ländern kommt, die schon seit über 40 Jahren Streit haben. Was ist bisher geschehen? Die Chinderzytig rollt die Geschehnisse im Iran auf: 

Einige Tage nach der Beerdigung des legendären Generals im Januar dieses Jahres hat das iranische Militär – die Revolutionsgarden – eine Racheaktion durchgeführt. Gebäude des US-Militärs im Nachbarland Irak wurden von Raketen beschossen. Niemand wurde dabei verletzt. Diese Tatsache deutet eher darauf hin, dass die Regierung im Iran keinen Krieg herausfordern wollte. Das iranische Militär ist nämlich gut ausgerüstet und hätte auch anders reagieren können.

Unglück

Leider gab es zu diesem Zeitpunkt noch einen anderen traurigen Zwischenfall. Ein ukrainischer Passagierflug wurde in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran versehentlich abgeschossen. Alle 176 Menschen an Bord kamen beim Abschuss ums Leben. Der Passagierflug wurde mit einem militärischen Angriff der USA verwechselt. Einige Tage nach dem Unglück entschuldigte sich der iranische Präsident Hassan Ruhani in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj offiziell bei der Ukraine.

Kampf auf eine andere Art

Die Reibereien zwischen der USA und dem Iran gehen weiter. Der US-Präsident Donald Trump setzt momentan mehr auf die Schwächung der iranischen Wirtschaft als auf militärische Aktionen. Seine Sanktionen verbieten es Firmen aus den USA, Geschäfte mit iranischen Firmen zu machen. Die USA will sogar Unternehmen aus anderen Ländern bestrafen, wenn sie Geschäfte im Iran machen. Gerade in der Corona-Krise wären aber die Menschen auf Geschäfte mit anderen Ländern angewiesen.

Corona-Krise in Iran

Seit Januar dieses Jahres hat der Iran auch mit dem Corona-Virus zu kämpfen. Neben vielen Ansteckungen in der Bevölkerung wurde sogar der Vizegesundheitsminister positiv auf das Virus getestet. Die Sanktionen der USA machen die Situation nicht einfacher. Denn so wie die Schweiz, ist auch der Iran auf Medikamente und Schutzmasken aus dem Ausland angewiesen. Die iranische Bevölkerung bleibt dennoch kreativ und stellt sogar Schutzmasken aus Papier her. Die Pandemie zeigt auch, dass die Staaten momentan andere Probleme haben als kriegerische Auseinandersetzungen.

Quelle:

Abbildung 1

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