Kurdistan Workers Party flag flying in Brussels
Eoghan OLionnain
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CC BY-SA 2.0

Die Arbeiterpartei Kurdistan (PKK)

26.06.2020
Yvonne Bischof

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wurde 1978 durch Abdullah Öcalan gegründet. Er ist ein sehr harter Parteiführer. Er ist bekannt dafür, dass er auch mal zur Gewalt gegenüber Feinden und Parteimitgliedern, die nicht seiner Meinung sind, greift.

Das Ziel der PKK bei der Gründung war einen selbständigen Staat «Kurdistan» aufzubauen. Als Hauptgegner bestimmt die PKK unter anderem die Türkei. Mehr zu den Hintergründen könnt ihr in zwei unserer im Juni erschienenen Artikeln lesen (Kurden in Syrien, Kurdisches Volk).

Ein Mann im Vordergrund einer starken Partei

Die PKK begann den militärischen Konflikt 1984. Der Konflikt eskalierte immer mehr. Zuerst griff die PKK nur vereinzelt türkische Streitkräfte an. Darauf hat die Türkei einige Kurden, welche gegen die PKK waren, in den kurdischen Dörfern bewaffnet. Als Antwort griff die PKK auch diese kurdischen Dörfer an. Ab 1990 verübte die PKK Bombenanschläge in der Türkei aus. Bei diesen Anschlägen starben viele Zivilisten. Die Reaktion der türkischen Armee war dementsprechend gewalttätig. Aus Rache verbrannten sie ganze kurdische Dörfer. Diese gewalttätigen Auseinandersetzungen dauerten bis 1999, bis zur Festnahme Öcalans. Bis 1999 wurden zirka 40'000 Menschen getötet und rund eine Million Menschen mussten von ihrem Wohnort fliehen. Etwa die Hälfte der Getöteten waren Zivilisten.

Kurdish protest in Brussels, in support of imprisoned leader Abdullah Ocalan
Eoghan OLionnain
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CC BY-SA 2.0

Trotz Haft noch grossen Einfluss

Öcalan wurde 1999 in Kenia verhaftet und sitzt heute noch seine lebenslange Freiheitsstrafe ab. Er bestimmt jedoch weiterhin, viel was in der PKK passiert. Mit seiner Verhaftung hat sich die PKK dennoch verändert. Seit 2000 will die PKK keinen eigenen kurdischen Staat mehr, sondern Autonomie innerhalb der jetzigen Staatsgrenzen. Zudem versuchen sie ihr Ziel legal und somit ohne Gewalt zu erreichen. Hin und wieder gibt es Verhandlungen zwischen der Türkei, Öcalan und anderen kurdischen Politiker*innen. Dennoch kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Zwischen 2013 und 2015 gab es einen Waffenstillstand. 2015 endete der Waffenstillstand und es herrscht bis heute wieder eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen der Türkei und der PKK.

Wir haben in mehreren Artikeln über die Konflikte im nahen Osten berichtet. Die Probleme sind vielfältig und es bleiben Fragen offen. Wir hoffen euch mit den Artikeln zum Denken und zum weiteren Lesen angeregt zu haben.

Arbeitsmaterial

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