Die «Proud Boys» demonstrieren für das Land, für die Heimat und gegen Fremde/Ausländer.
Joseph Chan

Rassismus Teil 3 – Die Proud-Boys: Trumps Schlägertruppe

1.12.2020
Georg Stalder

Der Wahlkampf in Amerika machte die Proud Boys bekannt. Der rechtsradikale Männer-Bund gilt als gewalttätig und frauenfeindlich.

«Proud Boys» (deutsch: «Stolze Jungs») ist eine rechtsextreme Organisation in den USA. Wie der Name schon andeutet, können nur Männer Mitglied werden. Die Proud Boys sind ausländerfeindlich und betrachten alle Menschen ohne weisse Hautfarbe als minderwertig. Der amerikanische Geheimdienst FBI stuft sie als «Hass-Gruppierung» ein. Der Männer-Bund hat an einer Reihe von Protesten mitgemacht, etwa an der rechtsextremen Demonstration in Charlottesville 2017, bei der ein Rechtsextremer mit seinem Auto in eine Gruppe von Leuten fuhr und dabei eine 32-jährige Frau tötete.

Die Proud Boys sollen nach eigenen Angaben um die 20‘000 Mitglieder zählen. Richtig bekannt wurde die Gruppe jedoch erst in diesem Herbst, während des Wahlkampfs in den USA. In einer Wahlkampf-Debatte forderte der damalige Präsident Donald Trump die Mitglieder auf, sich «bereit zu halten». Es ist nicht ganz klar, was Trump damit meinte. Man kann es jedoch als Aufforderung verstehen, sich für einen Kampf bereit zu machen. Die Proud Boys sind hartgesottene Trump-Fans.

Gefährliche Bürgerwehren

Gruppen wie die Proud Boys nennt man auch «Miliz» oder «Bürgerwehr». Das ist eine Art privat organisierte Polizei oder Militärtruppe. Es sind Gruppen, die sich selbst als «Ordnungshüter» sehen, sich bewaffnen und manchmal auch zusammen trainieren. Sie haben das Gefühl, dass bald ein Kampf oder ein Krieg ausbricht, für den sie bereit sein müssen. Während den Black-Lives-Matter-Demonstrationen, bei denen viele Schwarze für Gleichberechtigung auf die Strasse gingen, patrouillierten einige Bürgerwehren schwer bewaffnet am Strassenrand, um die Demonstrierenden einzuschüchtern.

Bürgerwehren sind unberechenbar und gefährlich. Im Gegensatz zur Polizei folgen sie keinen Gesetzen. Sie bestimmen selber, was richtig ist und was nicht. Und in ihrer extremen Sicht auf die Welt ist manchmal schon das Aussehen oder die Hautfarbe «falsch».

Rassismus-Serie

Die Chinderzytig befasste sich in einer Artikel-Serie mit extremen Gruppierungen in den USA. Den Anfang machte die Verschwörungs-Gruppe QAnon und danach folgte der Artikel zum Ku-Klux-Klan. Der Beitrag zu den «Proud Boys» macht den Abschluss der Serie.

Artikel über die Proud Boys auf Watson: https://www.watson.ch/international/wissen/460866301-proud-boys-das-ist-trumps-schlaegertrupp

Arbeitsmaterial

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